Neues Dach für die Stiftsruine

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Mit einem Richtfest wurde die neue Tribünen-Überdachung  eingeweiht

Bad Hersfeld.  Die Stiftsruine zeigt sich im neuen Kleid: Die neue Dachbespannung ist fertig. Anlässlich des ersten Aufspannens wurde am Sonntag ein Richtfest in der Stiftsruine gefeiert. Dank einer großzügigen Spende der Firma Mertus GmbH konnte nun ein Ersatz angeschafft werden, der rechtzeitig zu den Veranstaltungen rund um den Hessentag und dann bei den Festspielen die Besucher vor Regen schützen wird.

Die Festspiel-Bedachung ist etwas ganz besonderes, denn es war die erste Dachkonstruktion dieser Art des berühmten Architekten Frei Otto. Freitragende Zeltdächer wurden später zu seinem Markenzeichen, unter anderem basiert das Dach des Münchner Olympiastadions auf dem Entwurf aus Bad Hersfeld. Intendant Joern Hinkel konnte weitere Einzelheiten aus der Geschichte des Festspiel-Dachs beitragen – obwohl diese vermutlich einigen der Gäste noch aus erster Hand vertraut sein dürften, wie er anmerkte. So wurde das Dach 1967 als Ergebnis eines Architektenwettbewerbs realisiert, die Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine übernahm die Finanzierung. Das neue Dach zeigte auch gleich Erfolg, denn in jener Zeit mussten die Festspiele in Salzburg und Bregenz wegen des schlechten Wetters Besucherrückgänge hinnehmen, während Bad Hersfeld seine Besucherzahlen erhöhen konnte. Dem ersten Dach wurde eine Lebensdauer von einigen Jahren verausgesagt – gehalten hat es 25 Jahre, ebenso wie das zweite Dach. Und die Motoren, die die Haltekabel bewegen und das Dach entfalten, sind noch dieselben wie damals. Jedes Jahr werden sie aufwendig gereinigt und gewartet und funktionieren auch nach 50 Jahren noch einwandfrei. Besonders lobte Hinkel, dass Frei Ottos Entwurf ganz dem Gebäude und seinem Zweck diente: Die Zuschauer zwar vor Regen zu schützen, aber den offenen Raum des Freilichttheaters nicht einzuengen. Der technische Direktor der Festspiele, Dietmar Wolf berichtete über die besondere Konstruktion der Stofflagen, die zum Beispiel auch das Sonnenlicht abschirmen, damit Proben während des Tages nicht durch wechselnde Beleuchtungsverhältnisse gestört werden. Einmalig sei auch, dass die Konstruktion alle Druckkräfte nach außen auf die Masten ableitet und das Dach deshalb wie schwerelos über der Ruine schwebe. Schließlich verlas er den Richterspruch und weihte zusammen mit den beiden Zimmerleuten Harald Koblenz und Guido Gelbert das neue Dach ein. Nach dem zünftigen Umtrunk wartete auf die Gäste auch noch ein kleiner Imbiss zum Abschluss der Feierlichkeiten.

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