Ein neues Leben für den Laubfrosch

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Auf der Konferenz zur Biodiversität im Landkreis Hersfeld-Rotenburg: Projekte zeigen geglückte Naturerhaltung

Waldhessen. Zwei gelungene Projekte geglückter Artenvielfalts-Erhaltung präsentierten am Donnerstag ­­Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke und Landschaftsplaner Heinrich Wacker aus ­Rotenburg anlässlich der ersten Kreisbiodiversitätskonferenz (siehe HIER).

Im Naturraum Alheim wurden in den letzten Jahren bereits sechs Vorhaben erfolgreich umgesetzt. Lüdtke schwärmte vor allem von der Renaturierung der Fuldaauen bei Baumbach. 30 Hektar Auenlandschaft werden mithilfe der heimischen Landwirte gepflegt, sodass sich dort bereits mehrere ­Tierarten angesiedelt haben. "Wir haben gemeinsam einen wertvollen Erholungsraum geschaffen, der unverzichtbar geworden ist", so Lüdtke. Nur ein halbes Jahr nach der Fertigstellung habe sich der erste Weißstorch in den Auen eingenis-tet. Biber und Eisvogel folgten. Im Ortsteil Heinebach hat man mit den Himmelsteichen ein Feuchtbiotop geschaffen. Hier hat sich der Feuersalamander angesiedelt, ebenso wie verschiedene Krötenarten.

Projekt Laubfrosch

Ähnlich engagiert ist Heinrich Wacker. Gemeinsam mit einigen Helfern machte er es sich mit dem "Projektgebiet Krollsbach" zur Aufgabe, ­einen öden Steinbruch an den Ausläufern des Seulingswaldes in ein artenreiches Biotop zu verwandeln. Vor allem die Wiederansiedelung des Laubfrosches, der in Waldhessen bis auf wenige Exemplare in Obersuhl ausgestorben war, stellte ein wichtiges Ziel dar. Schon vor zehn Jahren wurden Tümpel angelegt, bis 2014 der letzte Baustein folgte: die Naturschutzbehörde erteilte die Genehmigung zum Projektstart. Wacker und seine Kollegen entnahmen ­einige Froscheier aus der Obersuhler Population. Im letzten Jahr wurden 77 Jungfrösche im ehemaligen Steinbruch ausgesetzt, die Experte Matthias Hohmann zuvor im Terrarium aufzog.

Erste Erfolge ließen sich schnell feststellen – allerdings anders, als gedacht: "Es hat keine Woche gedauert, bis auch die Gelbbauchunke wiedergekehrt ist", erinnert sich Wacker. Der Landschaftsplaner berichtet weiter von Vorkommnissen von Molchen, Nattern und Kröten. In diesem Sommer wurden dann 1.000 junge Laubfrösche aus Obersuhl aufgezogen und ­nahe dem Seulingswald ausgesetzt. Mittlerweile gibt es sogar eine dritte Population im Naturschutzgebiet "Rhäden". Wacker sagt: "Wir sind auf einem guten Weg. Es scheint, als wäre das Projekt gelungen."Finanziert wurde die Wiederansiedelung des Laubfrosches vom Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Die Förderung soll auch nach der Fertigstellung noch fünf Jahre weiterlaufen. Danach wird sich das RP Kassel um das ­Gebiet kümmern.

Den Artikel zur ersten Biodiversitätskonfernz im Landkreis finden Sie HIER.

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