Nicht Reden – Handeln

Von PHILIPP LINGWaldhessen. Ich vermisse ein wenig das Handeln. Manfred Koch, der Herausforderer im Rennen um das Landratsamt

Von PHILIPP LING

Waldhessen.Ich vermisse ein wenig das Handeln. Manfred Koch, der Herausforderer im Rennen um das Landratsamt, will nicht Verwalter, sondern Gestalter sein: Diskussionen und Gesprche gehren dazu, aber manchmal habe ich den Eindruck, Politik besteht in Deutschland nur noch daraus, die Probleme in Talkshows zu besprechen. Doch um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, muss man seiner Ansicht nach auch zupacken. Auf seiner Agenda stehen deshalb die Zukunftsthemen ganz oben.

Standortvorteile schaffen

Zum Beispiel Breitband-DSL-Versorgung. Das ist ein Standortfaktor, der in Zukunft fr Unternehmen wichtiger sein wird als Verkehrsanbindungen. Regionen, die nicht angeschlossen sind, werden auf der Strecke bleiben. Und deshalb sieht er hier den Kreis in der Pflicht, mehr zu tun als Info-Veranstaltungen zu alternativen Techniken abzuhalten. Die seien ohnehin hchstens bergangslsungen: Nach Aussagen der Fachleute fhrt am Glasfaserkabel kein Weg vorbei. Und wenn die Bereitstellung fr die Telefonanbieter im lndlichen Raum zu unwirtschaftlich ist, heit das Fazit fr ihn: Man muss es eben selbst machen.

Auch beim Zukunftsthema Energie sieht er Versumnisse, beispielsweise, dass ber einen gemeinsamen Energie-Einkauf noch nicht nachgedacht wurde. Auch das sei eine Aufgabe des Kreises, da die einzelnen Kommunen dafr zu klein seien. Der Landkreis aber knnte dies in einem Zweckverband, hnlich wie bei der Abfallwirtschaft, bewerkstelligen. Die Vorteile: Einsparungen fr die ffentliche Hand und gnstigere Preise fr den Endverbraucher also letzten Endes auch wieder ein Standortvorteil.

Dass seine Standortpolitik auch erfolgreich ist, hat Koch mit der Gewerbe-Ansiedlung in Kirchheim gezeigt. Hier macht sich bereits ein Imagewandel bemerkbar: Wir bekommen jetzt fters Post an die Stadt Kirchheim, berichtet er amsiert.

Wandel als Chance

Auch die Herausforderungen des demografischen Wandels sieht er als Chance fr die Region, allerdings sei auch ein Umdenken ntig: Weg von der Vorstellung, dass mit Arbeitsplatz-Anbindung und gnstigen Grundstcken schon alles getan sei. Die Betreuung der ganz Kleinen ist genauso wichtig wie Angebote fr Senioren, so Koch. In Kirchheim hat er schon einiges auf den Weg gebracht: Die flexiblen ffnungszeiten des Kindergartens kommen berufsttigen Eltern entgegen. ltere Mitbrger profitieren von dem Brgerbus.

Als Landrat wrde er auch auf Kreisebene Vernderungen herbeifhren, beispielsweise die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben verbessern, um junge Menschen darber zu informieren, welche beruflichen Mglichkeiten die Region bietet beispielsweise mit welchem Studium man auch wieder hierher zurckehren kann. Aber auch in die andere Richtung muss nachgedacht werden: Wenn die Jngeren abwandern, spricht nichts dagegen, ltere in die Region zu holen.

Gemeinsam fr die Zukunft

Gut gerstet fr das Amt sieht sich Koch durch seine politische Erfahrung, nicht nur als Brgermeister. Vom Ortsbeiratsmitglied hat er sich hochgearbeitet und dabei Politik in allen Facetten kennengelernt. Es ist wichtig, sich in die Lage des Anderen versetzen zu knnen, erlutert er, gerade weil sich oft nicht alle Wnsche erfllen lassen. In einem klrenden Gesprch, in dem man auch fr die Situation seines Gegenbers Verstndnis hat, lsst sich aber oft ein Kompromiss erzielen. Diesen Stil will er auch als Landrat beibehalten. Denn als Brgermeister wei er, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis und den Kommunen ist: Gemeinsam knnte man viele Dinge besser machen, als sie einfach nach unten an die Kommunen durchzureichen.

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