Nicht reversibel

Infoabend ber Gentechnik zog viele Interessierte anRotenburg. Es war ein denkwrdiger Abend im Rotenburger Rathaussaal fast 100 in

Infoabend ber Gentechnik zog viele Interessierte an

Rotenburg.Es war ein denkwrdiger Abend im Rotenburger Rathaussaal fast 100 interessierte Besucher haben den Themenabend Gentechnik miterlebt, zu dem der Ortsverband Bndnis 90/Die Grnen Alheim-Rotenburg mit weiteren regionalen Partnern eingeladen hatte. Schon ab 19 Uhr nutzten zahlreiche Besucher die Angebote des Info-Marktes; an aufwndig gestaltetet Stnden stellten der Imkerverein Rotenburg, der BUND, die christliche Arbeitsstelle fr praktische Schritte, der kologische rztebund, das Aktionsbndnis Gentechnikfreie Zone Baumbach und das Unternehmen tegut ihre Arbeit und ihre Positionen vor.

Das ist heute keine Wahlkampfveranstaltung, sondern es geht um Unbehagen und ngste, die viele Menschen in der Region bewegen, so Klaus Adamaschek, der die Besucher fr die Veranstalter begrte und den Abend auch moderierte. Und dass die Gentechnik die Brger ber die Parteigrenzen hinweg beschftigt, betonte auch die Rotenburger Stadtrtin Elvira Walter-Rosner, die den Veranstaltern im Namen der Stadt Rotenburg fr ihr besonderes Engagement dankte.

Humor zum Thema

Fr den Einstieg ins Thema sorgte der schwbische Kleinbauer Erwin Hgele alias Johannes Lutz. In gekonnt schwbischem Dialekt erluterte er auf ebenso unterhaltsame wie pfiffige Art, was sich hinter dem Begriff Gentechnik verbirgt. Und er sparte dabei auch nicht mit kleinen Seitenhieben auf die aktuelle politische Situation in Hessen, so dass das begeisterte Publikum auch bei einem derart gewichtigen Thema herzhaft lachen konnte.

Gentechnik unethisch

Um einiges ernster ging es dann in der Expertenrunde zu, und hier hatten die Veranstalter mit dem Agrarwissenschaftler Dr. Peter Hamel, dem Tegut Vorstand Georg Sedlmaier und Umweltpfarrer Carsten Kthe ein wirklich hochkartiges Podium nach Rotenburg geholt, das die Zuhrer durch Kompetenz und berzeugungskraft tief beeindruckte. Pfarrer Carsten Kthe von der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck leitete seine Kritik an der Gentechnik aus grundlegenden ethischen Prfkriterien ab; er stellte klar, dass nicht mehr reversible Eingriffe in Natur und Schpfung gegen das Prinzip der Gerechtigkeit zwischen den Generationen verstoen.

Dr. Peter Hamel aus Storndorf hat selber frher in der Genforschung gearbeitet und ist heute einer der Pioniere fr eine gentechnikfreie Landwirtschaft. Mit verstndlichen Worten erluterte er komplizierte Zusammenhnge und bot gleichzeitig erschreckende Insider-Einblicke in die Arbeit des Genkartells. Da wird nicht nach Risiken gefragt, sondern es wird das gemacht, was Profit verspricht; und bisher ist dabei fast alles daneben gegangen, so Dr. Hamels eindeutige Bewertung.

Georg Sedlmaier schlielich uerte sich als Vorstand der Handelskette Tegut aus Fulda ber die Mglichkeiten, aber auch die Probleme, wenn man Genttechnik-frei einkaufen mchte - sei es als Hndler oder als Endverbraucher. Als Vorsitzender der ttigen Interessengemeinschaft fr gesunde Lebensmittel knpft Sedlmaier weltweit Netzwerke fr gesunde und unvernderte Lebensmittel und wusste faszinierend und erheiternd von seinen Begegnungen mit dem Dalai Lama oder hochrangigen Politikern zu berichten. Doch das Lachen konnte einem bei Georg Sedlmaiers Vortrag schnell im Halse stecken bleiben. Statt Kontrolle herrscht in der Agro-Gentechnik das Prinzip der Kollaboration, so sein erschreckendes Fazit.

Und so gab es dann nach ber zwei Stunden angeregter und informativer Diskussion auch noch reichlich Gesprchsstoff. Am Buffet mit natrlich gentechnikfreien Backofenkartoffeln, Schnibbelgemse und Kruterdipps wurde in kleinen Gruppen noch lange darber diskutiert, was man gemeinsam tun kann. Als erster Schritt gib es jetzt eine eigene Internetplattform, die die regionalen Aktivitten gegen Gentechnik zusammenfhren will: Unter www.gentechnikfreies-baumbach.de finden sich Informationen, Tipps, Kontakte und Links zum Widerstand gegen die Agro-Gentechnik in der Region.

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