Nordhessen - die Lage ist gut

Nein, dieses Motto, mit dem die Region Nordhessen im nationalen und internationalen Standortwettbewerb antritt, ist auch in Zeiten der Krise nicht zyn

Nein, dieses Motto, mit dem die Region Nordhessen im nationalen und internationalen Standortwettbewerb antritt, ist auch in Zeiten der Krise nicht zynisch gemeint. Im zunehmend hrteren Wettbewerb der Regionen sind nur jene erfolgreich, die bei mindestens einem Standortfaktor besser als alle anderen sind. Dieser Standortfaktor ist in Nordhessen die Lage. Sie ist nicht nur gut, sondern unter dem Gesichtspunkt der Erreichbarkeit aller groen Stdte, vor allem aber auch aller Haushalte, die beste in Deutschland.

Deshalb haben sich in den letzten Jahren hochkartige und innovative Logistikunternehmen in unserer Region angesiedelt. Von dieser Entwicklung hat der Landkreis Hersfeld-Rotenburg zuletzt eindrucksvoll dokumentiert durch die Ausbauentscheidung von Amazon besonders profitieren knnen. Aktuell kommt hinzu: Je strker die Kosten steigen, bspw. fr Kraftstoff und Maut, desto interessanter wird Nordhessen als bundesweites Verteilzentrum fr Waren und Gter. Getreu dem nordhessischen Motto wenns Brei regnet, soll man den Lffel raushalten vermarktet Nordhessen erfolgreich sechs Top-Logistikstandorte mit dem ambitionierten Ziel, bis 2015 rund 10.000 neue Arbeitspltze zu schaffen. Allein seit 2002 wurden im Bereich Logistik 65 Vorhaben mit einem Gesamtinvest von 1,5 Mrd. Euro und rd. 5.000 Arbeitspltzen realisiert. Es geht dabei aber nicht nur um die Ansiedlung neuer Logistikbetriebe. Langfristig profitiert auch produzierendes Gewerbe, das Kosten beim Antransport von Teilen und bei der Verteilung der hier montierten Produkte an die europischen Mrkte viel Geld spart.

Doch die Region hat weitere Chancen. Bei den dezentralen Energietechnologien verfgt Nordhessen ber einen besonderen Wissensvorsprung und will sich bis zum Jahr 2020 als Modellregion mit ebenfalls Tausenden von neuen Arbeitspltzen profilieren. Die Gemeinde Alheim hat hier die Latte hoch gehngt, andere Kommunen ziehen nach.

Im Juni hat Bundesforschungsministerin Anette Schavan Nordhessen als Gesundheitsregion der Zukunft ausgezeichnet und Untersttzung fr den Ausbau der regionalen Gesundheitswirtschaft zugesagt. Und nicht zuletzt kann eine gebndelte Vermarktung der Tourismusdestination Nordhessen mit einer klaren Aufgabenteilung fr Betriebe, Kommunen und Region zu mehr Wertschpfung beitragen. Denn auch hier zahlt sich die Lage aus: Keine Tourismusregion in Deutschland ist schneller erreichbar als Nordhessen.

Insofern mangelt es nicht an Perspektiven. Vielmehr drfte langfristig die Verfgbarkeit von Fach- und Fhrungskrften der entscheidende Wachstumsengpass sein. Es muss also darum gehen, Nordhessen als Wirtschaftsstandort mit herausragender Freizeitqualitt und bezahlbaren Lebenshaltungskosten zu vermarkten. Dies ist Aufgabe der vor einem Jahr gestarteten Standortkampagne Nordhessen Die Lage ist gut, die bundesweit Aufmerksamkeit erzielt hat. Wenn es gelingt, Nordhessen getreu dem Grundsatz Tue Gutes und rede drber in den Kpfen der Unternehmens- und Familienentscheider als feste Gre zu verankern, wird die Region sich positiv entwickeln. Auch dieses Ziel ist trotz aller kritischen Prognosen zur demographischen Entwicklung erreichbar. Attraktive Arbeitspltze und hohe Lebensqualitt knnen durchaus dazu fhren, dass Nordhessen auch fr Zuzgler, vor allem jene, die sich von den zunehmend teuren und fr Familien unattraktiven Ballungsrumen abwenden, interessant wird.

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