Was nun? Berufs-Trainer-Programm der EU läuft aus

Waldhessen. Das Bundesprogramm XENOS integriert Aktivitäten gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in arbeitsmarktbezogene

Waldhessen. Das Bundesprogramm XENOS integriert Aktivitäten gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in arbeitsmarktbezogene Maßnahmen an der Schnittstelle zwischen (Berufs-)Schule, Ausbildung und Arbeitswelt. Abgeleitet vom altgriechischen Wort Xenos - der Gastfreund, steht der Name des Programms für Toleranz, Weltoffenheit und zivilgesellschaftliches Engagement.

So war das bislang auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Allerdings: Xenos läuft aus und das Programm im Kreis, bei dem bisher fünf "Job-Coaches", zu deutsch Berufs-Trainer, in Schulen des Kreises aktiv waren, wird ab Februar 2012 nicht mehr von der EU finanziert. Grund genug für eine hochkarätige Ergebnis-Konferenz mit Präsentation durch die Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. Und Anlass, um nach Wegen für eine Fortführung zu suchen.

Elke Künholz, Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises, konnte zahlreiche Gäste aus Schulen, heimischen Wirtschaftsverbänden, Geldinstituten, Schulverwaltung, Arbeitsvermittlung, universitärer Begleitung sowie die Betroffenen Mitarbeiter selber in Rotenburg begrüßen. Bei Rückblick auf die bisherige Arbeit waren sich alle schnell einig: Xenos war und ist ein ausgesprochen wirksames und erfolgreiches Programm – und es sollte unbedingt fortgeführt werden. Arbeitsagentur-Chef Matthias Oppel sagte, Xenos ergänze die Angebote der Agentur, vertiefe sie in die Schulen hinein und arbeite der Agentur zu. Es sei eine ausgezeichnete Kooperation.

Das bestätigte auch Andreas Zaenker, Ausbildungsleiter der Sparkasse: "Wir sind mit den Ergebnissen des Programms sehr zufrieden, es hat uns interessierte Schüler zugeführt und wir konnten auch schon einige übernehmen". Schulleiter Roland Klos verwies auf die gesellschaftlichen Veränderungen und lobte, dass durch das Programm und die Berufs-Trainer ("Job-Coaches") die sehr intensiv und professionell mit den Jugendlichen arbeiten. Ein Eindruck, den auch Jürgen Krompholz vom Staatlichen Schulamt ergänzte: "Wir brauchen diese Trainer, um die Ausbildungs-Reife der Jugendlichen zu verbessern".

"Starke Auszubildende sind das künftige Fundament für den Ländlichen Raum", sagte Berufs-Trainer Jonas Schade mit Hinweis darauf, dass die Schüler nach Abschluss der Schule paßgenaue Anschlussperspektiven benötigten. das sieht auch Erste Kreisbeigeordnete Künholz als wichtigste Aufgabe für eine mögliche Fortführung des Programms in ähnlicher Weise. Sie möchte dafür alle Beteiligten als "Sponsoren" gewinnen, um zumindest einige der bislang fünf in den Schulen beschäftigten "Job-Coaches" weiterbeschäftigen zu können. Unterstützt wird ihr Ansinnen durch die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Begleit-Untersuchung der Hamburger Helmut-Schmidt-Universität, in der festgestellt wurde: "Job-Coaches sind für die Berufsorientierung fast genauso gefragte Ansprechpartner der Schüler, wie deren Eltern".

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