Patienten kämpfen um ihre Praxis: 1.200 Unterschriften gesammelt

Heinebach. Eine unschöne Weihnachtsüberraschung gab es für die Patienten der Praxis Dr. Stegmann in Heinebach. Dr. Walter Stegmann war im August di

Heinebach. Eine unschöne Weihnachtsüberraschung gab es für die Patienten der Praxis Dr. Stegmann in Heinebach. Dr. Walter Stegmann war im August dieses Jahres verstorben, doch die Praxis wurde vertretungsweise weitergeführt, eine Nachfolgeregelung war bereits in Aussicht.

Dann kam – kurz vor den Feiertagen – die überraschende Nachricht: Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen lehnte die vorgeschlagenen Nachfolger ab und entzog der Praxis die Zulassung. Am 2. Januar ist Schluss.

Die Praxis-Zulassung wurde dem ebenfalls in Heinebach praktizierenden Dr. Jörg Merkel zugeteilt – ein ganz normaler Vorgang, wie Karl Roth von der Kassenärztlichen Vereinigung erklärt. Der Zulassungsausschuss habe anhand der fachlichen Eignung der Bewerber zu entscheiden. Dass einer der von Sylvia Stegmann vorgeschlagenen Nachfolger aber eine halbe Zulassung in Mecklenburg-Vorpommern besitzt, ließ bei dem Ausschuss Zweifel an der Kontinuität dieses Modells aufkommen. Nach Ansicht des Ausschusses sei die Patientenversorgung mit Dr. Merkel am Besten gewährleis­tet, der die Patienten ohnehin übergangsweise bereits betreut hat.

Das sehen die Patienten anders. Sie schätzten bei Dr. Stegmann besonders die persönliche Betreuung und fürchten, dass man sich in der großen Gemeinschaftspraxis nicht so viel Zeit für die Patienten nehmen kann – zumal man dort nach Ansicht der Betroffenen mit den zusätzlichen Patienten überfordert war. Zwar sollen mit der neuen Praxisstelle zwei zusätzliche Ärzte angestellt werden, doch die Patienten wollen lieber "ihre" Praxis behalten.  "Es ist nicht einzusehen, dass eine seit Generationen bestehende, gut ausgebaute Praxis, die in einer menschlich sehr guten Atmosphäre eine vorbildliche Versorgung und Betreuung garantiert hat, geschlossen wird", meint Lothar Albrecht, Sprecher der Patienteninitiative.

Vor Weihnachten haben sie deshalb eine Unterschriftenaktion gestartet, deren Ergebnis eine deutliche Sprache spricht: Rund 1.200 Heinebacher sprachen sich für den Erhalt von zwei Arztpraxen in Heinebach aus. Die Initiatoren der Aktion wollen die Unterschriften im Januar persönlich bei der Kassenärztlichen Vereinigung in Frankfurt übergeben.

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