Pfusch auf der Windkraft-Baustelle Klosterstein

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Wegen des Verdachts auf Ausbringung von Bauschutt liegt jetzt eine Strafanzeige gegen den Windpark-Betreiber vor.

Ludwigsau. Neuer Ärger um den Windpark am Klosterstein: Immer wieder wunderten sich Anwohner, dass die Baustelle von Lkw mit dem "A"-Schild für Abfall-Transporte angefahren wurden. Denn auf der Baustelle im Wald sollte zur Befestigung der Kranstellflächen aus-schließlich Naturstein verwendet werden, genauer gesagt Kalkstein aus dem Steinbruch Heinebach.

Nachforschungen eines engagierten Bürgers ergaben jedoch, dass dem nicht so war: Tatsächlich wurde von den Lkw zeitweise Grauwacke angeliefert und schließlich auch mit Betonbrocken und anderem Bauschutt durchsetzter Kalksteinbruch.Das Ausbringen von Bauschutt stellt einen umweltrechtlichen Verstoß dar, weswegen sofort Anzeige erstattet wurde. Zusätzlich wurde eine Anfrage an das Regierungspräsidium Kassel hinsichtlich der verwendeten Baumaterialien gestellt.Die Antwort lautete, dass hinsichtlich der zu verbauenden Materialien keine gesonderten Einschränkungen getroffen wurden und es sich laut Aussage des ausführenden Unternehmens um Kalkstein handelte. Die Verwendung von Bauschutt sei "gänzlich ausgeschlossen." Die Kennzeichnung der Lkw als Abfalltransporte sei wohl irrtümlich erfolgt.

Mit dieser Auskunft mehr als unzufrieden, wollte der Anzeigenerstatter den Sachverhalt nochmals prüfen – doch bei einer weiteren Begehung der Baustelle war die gesamte Fläche säuberlich mit Kalk­-steinschotter gedeckt worden. Somit besteht der Verdacht, dass der ausgebrachte Bauschutt kaschiert werden sollte.Der beauftragte Anwalt Ha-rald Ermel fordert deshalb einen Baustopp und ein Aufbaggern der Baustelle zur Entnahme von Bodenproben. Die Ermittlungen dauern an.

Auch in der Gemeindevertretung morgen Abend wird es wieder um den Windpark gehen: Dann soll der Gestattungsvertrag zwischen der Gemeinde und JuWi über die Nutzung des Mombachwegs offengelegt werden.

Die Stadtverordneten haben bereits Kopien des Vertrages zur Einsichtnahme erhalten. Der Streit geht hauptsächlich darüber, ob Bürgermeister Thomas Baumann den Vertrag hätte unterzeichnen dürfen. Dabei ist ausschlaggebend, ob die Einnahmen unter 5.000 Euro liegen oder nicht. Die Zahlen sind allerdings in dem vorliegenden Vertrag geschwärzt.

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