Polizeipräsidium Osthessen stellt Verkehrsbericht 2017 für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg vor

Peter Lippert vom regionalen Verkehrsdienst Hersfeld-Rotenburg und Martin Nickl, Leiter der Kriminalpolizei (v.l.) stellten dem KA im Anschluss an den Verkehrsbericht die Verkehrsüberwachungen vor. Foto: Ling

Am vergangenen Mittwoch wurde der Verkehrsbericht vorgestellt: Trotz der Zunahme an Verkehrsunfällen sank die Anzahl der Schwerverletzten deutlich.

Waldhessen. Ingsesamt gute Zahlen hat die Verkehrsstatistik 2017 für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg zu verzeichnen. Dies belegt der Verkehrsbericht des Polizeipräsidiums Osthessen.

Während der Trend der Gesamtunfälle im Vergleich zum Vorjahr zwar mit einem Anstieg von 12 Prozent nach oben schoss, ist die Anzahl der Unfälle mit schwerverletzten Teilnehmern deutlich gesunken – und das so niedrig wie noch nie zuvor in zehn Jahren. Eine ebenso erfreuliche Bilanz verzeichnet die Altergruppe der 0 bis 13-Jährigen: Das neunte Jahr in Folge gab es kein einziges Kind, das durch die Folgen eines Verkehrsunfalls getötet wurde. Auch die Zahl der insgesamt getöteten Verkehrsteilnehmern ist mit zwei Personen konstant zum Vorjahr geblieben. Laut Statistik werden Verkehrsunfälle am häufigsten aus Gründen wie überhöhte Geschwindigkeit, Vorfahrtsmissachtung und Abstandsverletzung verursacht. Die Polizei Osthessen hat es sich zum Ziel gemacht, dem entgegen zu wirken. So setzen die Beamten nun den sogenannten Enforcement-Trailer, ein mobiles Geschwindigkeitsmessgerät, sowie das ProViDa-System auf den Straßen des Landkreises ein. ProViDa

Der ProViDa ist ein ziviles Polizeifahrzeug, das über ein elektronisches Messgerät verfügt. Es ermöglicht die Bestimmung der Durchschnittsgeschwindigkeit und der Abstandsmessung mit Hilfe einer speziellen Frontkamera. Das zivile Fahrzeug folgt dem Verkehrsteilnehmer dafür über einen bestimmten Streckenabschnitt hinweg, um zu überhöhte Geschwindigkeiten und fehlende Abstände zu bemessen. Der Verkehrsbericht beweist, dass besonders junge Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren am Verkehrsunfallaufkommen überrepräsentiert sind. Es ist nachgewiesen, dass sich jeder fünfte Unfall unter Beteiligung eines jungen Menschen ereignet. Insgesamt neun von zehn Personen aus Osthessen verunglückten demnach in einem Pkw. Der Einsatz von Enforcement-Trailer und ProViDa soll den Verkehrsteilnehmern daher die Gefahren und Folgen von zu schnellen Fahrens ins Bewusstsein rufen. „Die Verkehrsüberwachung hat einen erheblich erzieherischen Wert“, so Günther Voß, Polizeipräsident von Osthessen. Denn: Je höher die gefahrene Geschwindigkeit, desto wahrscheinlicher ist der Eintritt einer schweren Unfallfolge.

Der Wochenverlauf zeigt auch, dass ein Unfallvorkommen am Montag und Freitag besonders wahrscheinlich ist. Dies erklärt Martin Nickl, Leiter der Bad Hersfelder Kriminalpolizei, darin, dass zu diesem Zeitpunkt viele Pendler unterwegs sind. Im Gegensatz zu der „positiven“ Bilanz der Verkehrsunfälle mit schweren Folgen, ist die Zahl der Wildunfälle mit steigender Tendenz der letzten Jahre so weit oben wie noch nie. Die Polizei sucht auch hierfür eine geeignete Lösung. Eine erste Idee ist eine Application für das Smartphone, die den Fahrer warnt und so die Wildunfälle eindämmen soll.

Der durch das Unfallaufkommen entstandene Sachschaden betrug im Jahr 2017 für den Kreis Hersfeld-Rotenburg acht Millionen Euro.

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