Post testet Roboter in Bad Hersfeld

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Künftig soll der PostBot Briefzusteller bei ihrer Arbeit unterstützen.

Bad Hersfeld. Er ist 1,50 Meter groß, gelb und äußerst anhänglich: Der PostBot soll in Zukunft den Briefträgern der Deutschen Post DHL ihre Arbeit erleichtern. In Bad Hersfeld startet in der kommenden Woche der erste Feldversuch mit dem Begleitroboter. Wobei man sich unter einem Roboter wohl zunächst einmal etwas anderes vorstellen würde als den PostBot. Befürchtungen, dass er alsbald schon die Arbeit der Postzusteller ganz überflüssig machen könnte, sind unbegründet: Briefe zustellen kann er nicht, da er nicht lesen kann, auch fehlen ihm die Arme, um zum Beispiel Briefe einwerfen zu können. Seine Aufgabe ist es vielmehr, dem Briefträger die körperlich schwere Arbeit abzunehmen und ihm als rollende Transportbox zu folgen.

Der PostBot kann sechs gefüllte Briefbehälter oder insgesamt 150 Kilo Brief- und Paketpost aufnehmen und dabei auch Gefälle und kleinere Hindernisse wie Bordsteinkanten überwinden (mit dem treppensteigen tut er sich hingegen schwer). Größeren Hindernissen und Kollisionen weicht er selbständig aus. Damit übernimmt er eine Aufgabe, die die Zusteller bisher selbst erledigen mussten, nämlich eine große Menge Postsendungen auf ihrer Tour per Handkarren selbst zu transportieren. Dies soll die Zusteller bei ihrer körperlich anstrengenen Arbeit entlasten, wie Jürgen Gerdes vom Vorstand der Deutschen Post AG bei der Präsentation erläuterte. Die Post AG ist weltweit einer der größten Arbeitgeber mit über 500.000 Mitarbeitern. Diese in ihrem Arbeitsalltag zu entlasten sei ein Anliegen des Konzerns, wofür bisher beispielsweise Street-Scooter erprobt wurden – und nun eben der PostBot. Insbesondere bei älteren Mitarbeitern oder solchen mit eingeschränkter Mobilität könne der Einsatz dieser Technologie zur Arbeitsplatzsicherung beitragen und dafür sorgen, dass sie ihren Job weiterhin ohne körperliche Belastungen machen können.

Die sechswöchige Erprobungsphase in Bad Hersfeld soll zeigen, ob sich der Roboter im Arbeitsalltag bewährt. Dabei werden die Zusteller zunächst noch von einer weiteren Begleitperson unterstützt. Für Notfälle kann der Roboter mit einem Notfall-Ausschalter jederzeit gestoppt werden und auch eine manuelle Fernsteuerung ist möglich. Ansonsten handelt der Roboter nicht selbsttätig, sondern folgt jeweils seinem zugewiesenen Briefzusteller auf Schritt und Tritt. Dabei zeichnet er auch keinerlei Daten über seine Touren auf, die etwa zur Kontrolle der Mitarbeiter genutzt werden könnten. Bad Hersfeld sei dabei keineswegs zufällig ausgewählt worden, denn natürlich hat man im Vorstand der Post AG von Bad Hersfelds Engagement in Sachen „Smart City“ gehört. Die notwendige Ausnahmegenehmigung zum Betrieb des Roboters im öffentlichen Raum zu bekommen war nicht so ganz einfach, verriet Bürgermeister Thomas Fehling. Amtsdeutsch zählt der Roboter als „elektrisch betriebener Handwagen mit virtueller Deichsel“ – oder einfacher ausgedrückt: „ein moderner Bollerwagen“, so Fehling. Die Stadt profitiert übrigens ebenfalls von dem Modellversuch, denn außerhalb seiner Arbeit bei der Postzustellung soll auch die mögliche Anwendung in der Stadtverwaltung erprobt werden.

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