Premiere mit "Standing Ovations": Hippies aus "Hair" begeisterten Festspielbesucher 

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Neu in dieser Festspielsaison ist das Kult-Musical "Hair". Es feierte am Freitagabend, bei voll besetzter Zuschauertribüne, seine Premiere.

Bad Hersfeld.  Am vergangenen Freitagabend gab es auf der Festspielbühne jede Menge „Love, Peace and Hapiness“ – denn das Kult-Musical „Hair“, inszeniert von Erfolgsregisseur Gil Mehmert, hatte Premiere in der Stiftsruine. In bunten Hippie-Kleidern und mit langen Mähnen nahm das „Hair“-Ensemble die Festspielbesucher mit in die Vergangenheit und ließ das Lebensgefühl der „Peace-Generation“ wieder auferleben. Vor 50 Jahren, im Jahr 1968, feierte „Hair“ am Broadway Premiere. Anschließend trat das Stück die Reise um die ganze Welt an und wurde 1979 verfilmt.

Hauptdarsteller Claude Bukowski soll zum Militärdienst – doch Claude, gespielt von Christof Messner, hat andere Pläne. Er möchte lieber mit seinen langmähnigen Hippie-Freunden „abhängen“ und mit ihnen einen alternativen Lebensstil leben. Die Hippie-Clique, wie auch Claude, suchen eine Identität außerhalb ihrer normalen Rolle oder Familie. Ein intensiver Drogenkonsum entsprang einer Suche nach Führung und den Sinn des Lebens. Mit harmonischen Melodien und sinnlichen Bewegungen zeigen die Hippies ihren berauschten Zustand, inmitten eines Waldes von Hanfpflanzen.

Der hin- und hergerissene Claude findet sich in einem Konflikt zwischen der politisch engagierten Sheila (Bettina Mönch) und dem Anarchisten Berger (Riccardo Greco) wieder. Sie beeinflussen ihren Freund, so dass Claude zunächst den Kriegsdienst verweigert. Vor allem die voluminöse und leidenschaftliche Stimme von Sheila verzauberte Claude – ebenso die Festspielbesucher. Bunt und lustvoll protestieren sie gegen den Vietnam-Krieg. Stattdessen streben die Hippie-Freunde nach Harmonie und Verständnis, Sympathie und Vertrauen, keine Falschheit mehr oder Spott, lebendige Träume goldener Visionen, wie es im ersten Song des Stücks „Aquarius“ heißt. Begleitet werden die erstklassigen Sänger und Tänzer live von der Band der Bad Hersfelder Festspiele unter Leitung von Christoph Wohlleben. Für Gelächter sorgten vor allem die Szenen, in denen ein Abbild von Jimi Hendrix und Liz Taylor mitspielten.

„Hair“-Musical-Kenner dürften über die „Nacktszene“ wohl nicht überrascht gewesen sein. Das Ensemble zeigte sich sehr mutig und hemmungslos beim Ablegen des gesamten Kostüms. Ebenfalls ein großes Highlight war, als gegen Ende des Stücks der wohl populärste Song des Musicals performt wurde: „Let the sunshine in“. Spätestens zu dem Zeitpunkt konnte das Publikum nicht mehr still halten, sondern machte mit. Lang anhaltende „Standing Ovations“ waren somit vorprogrammiert, die Schauspieler machten sogar zwei Zugaben.

Insgesamt ist das Stück ein buntes und amüsantes Musical voller Passion, Dramatik und Romantik. Für eine kurze Zeit bekommen die Zuschauer das Gefühl, ebenfalls in einer friedlichen, besseren Welt zu leben – bis die Vision letztlich in einem Albtraum endet und mit dem Schrecken des Krieges verdeutlicht wird.

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