Probenauftakt der 69. Festspiel-Saison

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Die Proben zu Kafkas "Prozess" haben heute begonnen.

Bad Hersfeld. Mit dem traditionellen Probenauftakt begann heute der inoffizielle Auftakt zur diesjährigen Festspiel-Saison. In der Probenhalle am Kurpark fanden sich die Schauspieler des neuen Stücks „Der Prozess“ zu einer ersten öffentlichen Leseprobe ein. Bürgermeister Thomas Fehling begrüßte die Schauspieler herzlich in Bad Hersfeld. Zugleich wies er auf den anstehenden Hessentag hin, der in diesem Jahr während der Proben wohl zu einigen Einschränkungen für das Ensemble führen werden. Bei 700.000 erwarteten Besuchern biete sich allerdings auch eine tolle Chance, die Bad Hersfelder Festspiele noch bekannter zu machen, sagte er. Während des Hessentages wird es für die Besucher deshalb unter anderem die Möglichkeit zu einem Blick hinter die Kulissen geben. Intendant Joern Hinkel stellte anschließend das Stück von Franz Kafka vor: Der Bankangestellte Josef K. wird aus heiterem Himmel verhaftet. Zunächst hält er das ganze für einen Streich, doch auch als ihm der Ernst der Lage bewusst wird, verliert er nicht die Zuversicht. Er vertraut auf den Rechtsstaat, schließlich hat er nichts verbrochen. Doch es wird immer klarer, dass das undurchsichtige Gericht ihn verurteilen wird, obwohl er nicht einmal weiß, wofür. „Was vor 100 Jahren den Lesern absurd und surreal vorkam, ist heute in einigen Ländern Realität“, erläuterte Hinkel. Und nicht nur in Diktaturen wie Russland, China oder der Türkei werden Menschen willkürlich verhaftet und verschwinden in den Gefängnissen – auch in Europa, in Ungarn und Polen könne man beobachten, wie aus dem Rechtsstaat schleichend ein Unrechtssaat werde. Dem zeitaktuellen Bezug trägt Hinkel mit einer aktualisierten Fassung Rechnung, die das Geschehen in die heutige Zeit verlagert. Und dabei möchte er auch mit einigen Vorurteilen über Kafka aufräumen, nämlich dass seine Werke düster und kryptisch seien. Eigentlich sei nämlich der Prozess als absurde Komödie angelegt und beinhalte viele heitere Elemente. Und die neue Fassung soll auch zur Verständlichkeit beitragen: „Man versteht es auch, ohne Literaturwissenschaften studiert zu haben“, versicherte Hinkel.

Dann wurde es schließlich Zeit für die ersten Auszüge aus dem Stück, unter anderem mit Ronny Miersch in der Hauptrolle des Josef K., Markus Majowski und Thomas M. Held als Gerichtsdiener, Corinna Pohlmann in der Rolle von K.s Verlobter Felice und Ingrid Steeger als Fräulein Montag, eine Freundin von Felice. Besonders beeindruckte aber Dieter Laser, der sich schon intensiv auf seine Rolle vorbereitet hatte – nach eigenen Angaben hat er noch bis vier Uhr nachts an seinem Text gefeilt. Dementsprechend spielte er den Advokaten sogleich mit Verve – und erhielt dafür auch schon einmal den ersten Applaus der Festspiel-Saison.

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