Luther legt los: Probenauftakt in Bad Hersfeld

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Mit der ersten Lesung des Stücks "Martin Luther - der Anschlag" und der Vorstellung des Ensembles begannen die Proben für die 67. Festspiele.

Bad Hersfeld. Wie in jedem Jahr war der offizielle Probenauftakt der Festspiele ein mit Spannung erwartetes Ereignis. Intendant Dieter Wedel hatte diesmal in die frühere Abfüllhalle am Kurpark geladen, die jetzt als Probenraum dient und in „Festspiel-Factory“ umbenannt wurde. Hier stellte er das Ensemble von „Martin Luther – der Anschlag“ vor. Wie üblich hieß Bürgermeister Thomas Fehling die Schauspieler in Bad Hersfeld willkommen und unterstrich damit die Bedeutung der Festspiele für die Hersfelder und die Stadt Bad Hersfeld. Anders als in den Vorjahren war bisher noch keine Ankündigung des Stücks erfolgt, da Wedel und Joern Hinkel noch bis vor kurzem intensiv an dem Stück gearbeitet hatten. Wedel nutzte daher die Gelegenheit, in das Stück einzuführen. „Sich an Luther zu wagen, bedeutet nicht nur Mut, sondern grenzt an Vermessenheit“, gestand Wedel. Zwischendurch sei er sogar kurz davor gewesen, alles hinzuschmeißen, wie er berichtete. Insbesondere die Unterstützung seines langjährigen Kollegen Hans-Joachim Ruckhäberle habe ihn aber zum Weitermachen motiviert. Nach dessen überraschendem Tod vor wenigen Wochen wolle er nun auch dessen letzte Arbeit angemessen vollenden, erklärte er.

Dennoch stellte der Stoff eine große Herausforderung dar: Widersprüche machten eine Figur zwar interessant, doch derartige Gegensätze, wie man sie bei Luther vorfinde, drohten die Figur zu zerreißen. Man habe hier einen von Ängsten geplagten Mensch, der sich nichtsdestotrotz mit den mächtigsten Institutionen seiner Zeit, der Kirche und dem Bankhaus Fugger, anlegt. Dann erscheine er wieder als Feigling, als er vor seinen Gegnern einknickt und die Bauern im Bauernkrieg im Stich lässt, ja sogar zu deren Mord aufruft. Jedoch könne man natürlich in einem Theaterstück ein solch komplexes Leben und Wirken nicht vollständig nachzeichnen, es bleibe am Ende also „ein sehr persönlicher Blick auf die Geschichte“, so Wedel. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auch auf Luthers Gegner und deren Reaktionen auf die beginnende Reformation gerichtet. Ein „Mittelalter-Spektakel“ werde das Stück allerdings nicht werden.

Besonders freute sich Wedel natürlich darüber, dass das Stück bereits lange zuvor fast komplett ausverkauft war – ein in der Geschichte der Festspiele bisher einmaliger Vorgang. Dies sei wohl zum Teil dem Namen Luther zu verdanken, aber auch den Schauspielern, die diesen Vertrauensvorschuss in den vergangenen beiden Jahren erspielt haben. Und da man schlecht ein Stück ankündigen könne, um anschließend einzuschränken, dass es ja keine Karten mehr gebe, hatte er noch eine Überraschung parat: Am 4. und am 18. August wird es zwei weitere Zusatzvorstellungen geben. Mit den ersten Lesungen einzelner Szenen wurden anschließend die Proben offiziell begonnen.

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