Projektstart FAB: Landkreis bildet Asylbewerber aus

Bebra. Zu einem "erfreulichen Ereignis", so Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker, hatte die Kreishandwerkerschaft am Mittwoch auf die Lehrba

Bebra.Zu einem "erfreulichen Ereignis", so Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker, hatte die Kreishandwerkerschaft am Mittwoch auf die Lehrbaustelle in Bebra eingeladen. Denn für zwölf junge Männer begann an diesem Tag ihr erster Schritt in eine berufliche Ausbildung. Das Besondere daran: Es handelt sich um Flüchtlinge und Asylbewerber aus verschiedenen Herkunftsländern, darunter Afghanistan, Syrien, Kosovo und Somalia.

FAB, "Flüchtlinge und Asylbewerber im Bauhandwerk" heißt das bundesweit einmalige Projekt des Landkreises, bei dem Migranten eine Berufsperspektive vermittelt werden soll. Mit der Vertragsunterzeichnung am Mittwoch beginnt für sie eine sechsmonatige Berufsvorbereitungsphase, in der sie sich über die verschiedenen Berufe im Bauhandwerk informieren können und nach Möglichkeit auch bereits praktische Erfahrungen durch Praktika in Handwerksbetrieben sammeln. Begleitend werden außerdem Deutschkenntnisse und weitere Kompetenzen vermittelt. Ziel ist dabei die Vorbereitung auf eine reguläre Ausbildung in einem regionalen Handwerksbetrieb und letztlich natürlich die Aussicht auf eine entsprechende berufliche Tätigkeit.

"Es ist uns wichtig, die Potentiale von hier lebenden Menschen zu nutzen" erklärte die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz zum Projektstart. "Dazu gehören auch die Menschen, die hierher geflohen sind. Wir tragen Verantwortung für sie." Leider, so Künholz weiter, gebe es bei Flüchtlingen und Asylbewerbern oft besondere Vermittlungshemmnisse, vor allem natürlich mangelhafte Deutschkenntnisse. Auch verfügen viele von ihnen nicht über die nötigen Dokumente, beispielsweise Zeugnisse, oder zuvor im Heimatland erworbene Qualifikationen würden hier nicht anerkannt. Und schließlich seien viele von ihnen durch ihre persönlichen Erfahrungen traumatisiert.

Solche Hindernisse abzubauen und die Migranten auf ihrem Weg zu einer qualifizierten Berufsausbildung zu begleiten und zu unterstützen wurde das Projekt FAB ins Leben gerufen. Denn, so stellte Künholz klar: "Diese Menschen sind nicht hierhergekommen, um es sich bequem zu machen. Sie sind sehr motiviert, sie wollen arbeiten und sich ein neues Leben aufbauen."

Wie Dirk Bohn, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft ergänzte, bestehe auch seitens der Betriebe großes Interesse, da sich der Mangel an Auszubildenden bereits bemerkbar mache: "Sie suchen händeringend Auszubildende."

Und nicht nur die Auszubildenden und die Betriebe profitieren davon, sondern auch der Landkreis selbst, der durch den Wagfall der Sozialleistungen entlastet wird. Rund 1,2 Mio. Euro an Sozialleistungen wurden bereits in den vergangenen Jahren durch die Ausbildung von Asylbewerbern  eingespart.

"Das ist also eine Chance für alle Beteiligten" freute sich Stöcker abschließend.

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