Rainer Hahne an Jogi Löw: „Europameisterschaft adé – und plötzlich ist es aus“

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Rainer Hahne, Chefredakteur der ET-Mediengruppe.

Sehr geehrter Bundestrainer Jogi Löw,wie geht es Ihnen denn so? Wir waren ja eigentlich schon Europameister. Die BILD hat es gesagt: Uns schlägt kei

Sehr geehrter Bundestrainer Jogi Löw,

wie geht es Ihnen denn so? Wir waren ja eigentlich schon Europameister. Die BILD hat es gesagt: Uns schlägt keiner mehr. Auch Sie haben ständig betont, dass wir alle besiegen können. Aber vorsichtshalber haben Sie hinzu gefügt, dass das nicht zwangsläufig heiße, dass wir alle Spiele gewinnen.

Und siehe da, gegen Italien war es soweit. Zu Ihrer Ehrenrettung muss gesagt werden, dass die Mannschaftsaufstellung offensichtlich von unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel in Brüssel vorgenommen worden ist. Nach harten Verhandlungen mit Italiens Ministerpräsident Mario Monti stand fest – Italien darf in Warschau gewinnen, verzichtet aber im Gegenzug darauf, dass Deutschland die italienischen Schulden übernimmt.

Sie, Herr Löw, hätten niemals unsere superstarke Mannschaft einem anderen Team angepasst. Nein, Sie haben immer gesagt, dass die anderen sich nach uns richten müssen. Sie hätten in der Abwehr Riese Boateng gegen Balotelli und Zwerg Lahm gegen den den quirligen Cassano spielen lassen.

Doch Angela Merkel hat anders entschieden. Dazu vorn den "griechischen Sturm" raus und fertig war die Verlierertruppe. Jetzt lässt sich auch erklären, warum Sie, lieber Herr Löw, so lange mit der Bekanntgabe der Aufstellung gewartet haben. Sie konnten schlicht und ergreifend unsere Bundeskanzlerin nicht telefonisch erreichen.

Doch wer weiß, wofür es gut war. In Kassel zum Beispiel hatte das Ordnungsamt unter der Leitung von Bürgermeister Jürgen Kaiser schon lange die Kontrolle über die sogenannte Fanmeile Friedrich-Ebert-Straße verloren. Mit den ganzen Bierbuden und Toilettenwagen sah alles ziemlich niveaulos aus. Wildpinkler, Schläger und "Pyrotechniker" taten ein übriges, um die Polizei pausenlos zu beschäftigen und die Nachbarn völlig zurecht auf die Barrikaden zu bringen. Während in Berlin jeder überprüft wird, der zum Public Viewing will, kann man in Kassel machen, was man will. Ich möchte nicht darüber nachdenken, was nach einem deutschen Sieg passiert wäre.

Und dabei haben wir die phantastische Möglichkeit im Auestadion. Eine brilliante Videowand von 75 Quadratmetern und Kontrollmöglichkeiten haben dort dafür gesorgt, dass alles reibungslos abgelaufen ist, während in der sogenanten Fanmeile Schläger verhaftet werden mussten. Mal gespannt, welche Konsequenzen daraus gezogen werden.

Mit todtraurigen Grüßen

Rainer HahneChefredakteur

PS. Die Merkelsche Aufstellung war natürlich nur ein Witz. Dafür müssen Sie schon selbst gerade stehen.

PPS. Alle, die in den letzten Wochen unsere Gegner verhöhnt haben, haben jetzt genau die richtige Quittung bekommen. Die einen "robben" nach Hause, die anderen "griechen", die Italiener sollten "stiefeln". Auch Siegen mit Anstand muss gelernt sein. Nicht so einfach.

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