Raum der Begegnung

Feierlich und auch beschwingt durch die musikalische Untermalung der Feifas Gipsy Swing Guitars ging es bei der Einweihung des Verbandsbr

Feierlich und auch beschwingt durch die musikalische Untermalung der Feifas Gipsy Swing Guitars ging es bei der Einweihung des Verbandsbros der Bad Hersfelder Sinti und Roma in der Eisenacher Strae 1 zu.

Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, der den Verein auch im Namen der Kreisgremien beglckwnschte, stellte in seinem Gruwort fest: Die Sinti und Roma sind neben den Friesen, Sorben und Dnen eine anerkannte nationale Minderheit in Deutschland. Sie leben seit Jahrhunderten hier und sind ein Teil der deutschen Bevlkerung. Als ethnische Minderheit htten sie aber trotzdem ihre eigene Sprache und Kultur bewahrt mit allen Problemen, die das mit sich bringt. Um die bestehenden Verhltnisse zu ndern, msse man bei den Kindern anfangen, denn noch immer seien die Kinder der Sinti und Roma an den Frderschulen ber- und an den weiterfhrenden Schulen unterreprsentiert. Schmidt lobte daher das Engagement des Verbandsvorsitzenden, Samson Lind, der sich als Mediator an den Schulen sehr erfolgreich fr die Frderung dieser Kinder eingesetzt habe. Die Erffnung des Bro wrdigte er als Zeichen der verstrkten Bemhungen, miteinander ins Gesprch zu kommen.

Auch Samson Lind hob in seiner Grurede die historische Bedeutung dieses Ereignisses noch einmal hervor: Wenn wir in die Vergangenheit blicken, sehen wir Ausgrenzung, Diskriminierung, Deportation. Wir sehen Unverstndnis fr die Lage der Sinti und Roma und gut gemeinte, aber oft verfehlte sozialpolitische Anstze. Was wir nicht sehen, ist die Beteiligung der Sinti und Roma. Die Erffnung des Bro bezeichnete er daher als einen wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg der Annherung und Beteiligung der Sinti und Roma in der Stadt Bad Hersfeld.

In einem historischen berblick verwies er unter anderem auch darauf, dass Bad Hersfeld bis in die 70er Jahre hinein in berregionalen Medien als Fallbeispiel fr den schlechten Umgang mit den Sinti und Roma erwhnt worden sei. Die Siedlung im Kistners Grund wurde als Lager bezeichnet und sollte entsprechend umzunt werden. Mit den Sinti lsst sich keine Wahl gewinnen hiess es damals.

Seither habe sich zum Glck und Dank der Bemhungen Brgermeister Hartmut H. Boehmers einiges gendert, wie Lind ausfhrte, das Mitrauen der Sinti und Roma gegenber dem Staat und seinen Einrichtungen, die sie so lange im Stich gelasen haben, bestehe aber fort. Dies zu ndern und eine Brcke fr den Dialog zwischen der Minderheit und der Mehrheitsbevlkerung zu schlagen, sei das Ziel des Vereins. An Aufgabenfeldern der Vereinsarbeit nannte Lind die Frderung der Chancengleichheit fr Sinti und Roma in Ausbildung und Beruf sowie den Abbau der Vorurteile und Frderung des interkulturellen Dialogs. Er dankte dabei der Stadt Bad Hersfeld und dem Landkreis fr die bisherige gute Zusammenarbeit und schloss mit einem Ausblick auf die Zukunft: Wenn die Minderheit an der Gesellschaft teilhat, kann unsere Demokratie als gesichert angesehen werden.

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