Reaktion auf den Leserbrief von Hans Ries bezüglich Luther

Geschichten rund um das Thema Martin Luther werden gesucht. Foto: Archiv

Gerhard Rötgers aus Bebra kommentiert den Leserbrief von Hans Ries, der seine Meinung zu Luther äußerte.

Zum Leserbrief von Hans Ries vom 18. Januar möchte Gerhard Rötgers einiges zurechtrücken:

Vorab: Luther war zu seiner Zeit weder ein Revolutionär noch ein Reaktionär, sondern in seinem Denken und Handeln stets den damaligen Werten und Normen, die in der spätmittelalterlichen Gesellschaft dominierten, verpflichtet.

Er verhielt sich hier konform zu den Lehrmeinungen der katholischen Kirche. Sein Verdienst war allein seine Standhaftigkeit in Bezug auf das Beharren in der Auslegung eines Bibeltextes sowie auf die Übersetzung der Bibel vom Lateinischen ins Deutsche.

Andere Personen hatten zum Teil schon lange vor ihm die Weichen zu einer Reformation der katholischen Kirche eingeleitet, waren aber der Inquisition zum Opfer gefallen.Zu nennen wären hier insbesondere Cusanus, Hus, Müntzer oder auch Melanchton.

Luther spielte nach seinem kurzen geschichtlichen Auftreten keine tragende Rolle mehr in der sich rasant ausbreitenden Reformation, sondern lebte danach mehr ein Leben eines katholischen Fürstabtes mit den standesgemäßen Ausprägungen.

All dies nun geschichtslos mit einem Goebbelsvergleich in die heutige Zeit zu übertragen, wird dem zeitgeschichtlichen Luther einfach nicht gerecht.

Gerhard Rötgers,Bebra

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