Reise durch die Opernwelt

Der „Arbeitskreis für Musik“ lädt am 11. August zu einer Operngala in die Bad Hersfelder Stiftsruine ein.
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Der „Arbeitskreis für Musik“ lädt am 11. August zu einer Operngala in die Bad Hersfelder Stiftsruine ein.

Gala des Arbeiskreises für Musik in der Stiftsruine mit dem Dirigenten Carsten Rupp

Bad Hersfeld. In diesem Jahr wird es wider klassische Opernklänge in der Stiftsruine geben. Der „Arbeitskreis für Musik“ AfM) aus Bad Hersfeld hat sich mit dem Offenbacher Dirigenten Carsten Rupp zusammengetan, um unter dem Titel „Von Magiern und Mythen“ am 11. August eine Operngala zu veranstalten.

„Als Chordirektor und Gesangspädagoge bin ich schon seit längerem auf verschiedenen Wegen mit Siegfried Heinrich, den früheren Opernfestspielen und zahlreichen Sängerinnen und Sängern aus den drei Konzertchören verbunden. Auch gab es in vergangenen Jahren Gespräche mit der Festspielleitung für eine Kooperation meines Fuldaer Konzertchors ,Winfridia‘ zu einem Konzert im Rahmen der Festspiele, welche sich dann aus terminlichen Gründen zerschlagen hatten“, sagt Rupp auf Anfrage unserer Zeitung.

Bereits in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts habe es Kooperationen zwischen dem Fuldaer Chor und den Festspielen gegeben. Konzert-Idee Rupp, die Chöre und der „AfM“ hatten 2020 bereits begonnen, die „Carmina burana“ von Carl Orff einzustudieren, als die Corona-Pandemie dazwischen kam. „Die dafür entwickelte Idee eines Projektchores mit Sängerinnen und Sängern aus ganz Hessen, aus den ehemaligen ,Heinrich-Chören‘ und der ,Winfridia Fulda‘ wollten wir aber nicht aufgeben“, sagt Rupp.

Es sei dann überlegt worden, welche Art Konzert im Sommer 2021 möglich sein könnte. „Ein abendfüllendes chorsymphonisches Werk war schlicht zu riskant, da niemand sagen konnte, ob und ab wann, und wenn ja, mit wie vielen ein Chor wieder würde singen und vor allem auch proben dürfen.“ Ein Galakonzert erwies sich laut dem Dirigenten als wahrscheinlichste Variante. „Als Comeback des Hersfelder Festspielchores auf der Bühne der Stiftsruine ist unsere Operngala nun sicherlich auch eine wunderbare Reminiszenz an die früheren Opernfestspiele“, ist Rupp überzeugt.

Mit dem Motto „Von Magiern und Mythen“ hat der „AfM“ als Veranstalter einen roten Faden für das Programm gewählt, „der einerseits große musikalische Abwechslung verspricht und andererseits neugierig macht.“ Bekannte Melodien aus der „Zauberflöte“, „Lakmé“ und „Rusalka“ werden ebenso erklingen wie überaus seltene Raritäten wie Dvoraks „Die Teufelskäthe“. „Dafür war hierzulande noch nicht einmal das Notenmaterial verfügbar“, so Rupp. Schauspieler als Moderator Allen Stücken sei gemeinsam, dass sie entweder eine Sage oder ein Märchen oder eine andere fantastische Geschichte erzählten – oder aber die Partien selbst eine magische oder mythische Rolle haben.

„Dieser ,rote Faden‘ wird sicherlich auch durch die Zusammenarbeit mit Moderator und Schauspieler Andreas Patton deutlich, auf die ich mich sehr freue. Er ist nicht nur für das breite Opernrepertoire offen, sondern hat darüber hinaus auch als gebürtiger Hünfelder einen besonderen Bezug zu unserem Publikum in der Stiftsruine. Er wird quasi unser ,Reiseleiter‘ zu den Hörenswürdigkeiten der magisch-mythischen Opernlandschaft sein“, sagt der Dirigent. Drei versierte Vokalsolisten Als Vokalsolisten sind die Fuldaer Sopranistin Christina Rümann, Judith Christ-Küchenmeister aus Mainz und der belgische Bariton Bavo Orroi dabei. Rümann ist eine erfahrene Konzertsängerin unter anderem Gesangspädagogin und Stimmbildnerin der Obersberg-Chöre.

„Es ist für mich eine große Freude, wenn man sich musikalisch und menschlich so gut versteht, dass Probenarbeit und Programmauswahl für eine solche Operngala Hand in Hand gehen. Auch wegen Corona konnten wir uns im Vorfeld nicht zu einzelnen Proben treffen, aber ich weiß, dass alle drei ,auf den Punkt‘ gemeinsam mit dem Orchester, dem Chor und mir einen tollen Abend für unser Publikum darbieten werden“, ist Rupp sicher.

Unter der Federführung des Hersfelder Festspielchores bildete sich eine Projektchor mit Sängerinnen und Sängern aus ganz Hessen. „Nach den Erfahrungen mit den während des Lockdowns geübten Online-Proben-Formaten fand ein großer Teil der Vorbereitung tatsächlich im virtuellen Raum statt“, so Rupp. Alle Choristen haben darüber hinaus individuell ihre Stimmen mit eigens von ihm erstellten Audio- und Dictionguides vorbereitet. „Als Chor in Präsenz haben wir gemeinsam lediglich drei lange Probentage in der Großsporthalle Niederaula, an welchen wir unter Berücksichtigung aller Corona-Auflagen unseren Chorklang und die musikalische Ausgestaltung entwickeln und ausprägen werden. Mit diesem Klang im Ohr fahre ich dann zu dem Orchester nach Brünn in Tschechien und probe mit den Musikern vor Ort.“

„Erst am Vorabend der Gala werden alle Beteiligten in der Stiftsruine zusammentreffen und ich den letzten Schliff erarbeiten können. Ich denke schon, dass wir damit eine gute Basis für einige weitere Chorprojekte in dieser und ähnlicher Größenordnung haben. Jedenfalls habe ich auch schon einige Werke im Blick, die auf ähnliche Weise realisiert werden und dem besonderen Ambiente der Stiftsruine und der Festspiele gerecht werden können“, stellt sich Rupp die zukünftige Zusammenarbeit mit dem „AfM“ vor.

Ticket-Vorverkauf Karten für die Operngala gibt es unter anderem beim Ticketservice der Bad Hersfelder Festspiele am Marktplatz in Bad Hersfeld, Telefon 06621/ 640200, sowie über das Online-Ticket-System „Eventim“.

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