Richter stoppt dreiste Forderung

16.000 Euro gefordert, 1.000 Euro bekommen Azubi Timo R. verklagte das Reisebro SolatourVon RICK FRHNERTBad Hersfeld. Im Juli

16.000 Euro gefordert, 1.000 Euro bekommen Azubi Timo R. verklagte das Reisebro Solatour

Von RICK FRHNERT

Bad Hersfeld. Im Juli 2008 begann Timo R.* eine Ausbildung beim Reisebro Solatour in Bad Hersfeld. Er absolvierte bei uns 2002 bereits ein Schulpraktikum und bekam beim Einstellungstest 74 von 83 Punkten, erinnert sich der Geschftsfhrer Thomas Jacob.

Bis Anfang Oktober 2008 lief alles gut damals ahnte niemand, dass man sich etwa 14 Monate spter vor dem Arbeitsgericht in Bad Hersfeld wiederfinden wrde. Timo R. verklagte Solatour auf ber 16.000 Euro.

Vergessene Angaben

Immer wieder lie sich Timo R. krankschreiben und besuchte die Berufsschule nicht. Im Mrz 2009 fehlte Timo R. bereits 88 Tage. Zudem erfuhren wir, dass Herr R. in seinem Lebenslauf ein paar Stationen vergessen hatte, sagt Jacob.

Unter anderem wurde er bei Kirchner in der Probezeit gekndigt und brach sowohl eine Ausbildung beim Zoll als auch die Fachoberschule ab. Am 11. August 2009 verklagte Timo R. den Betrieb auf 15.000 Euro Schadensersatz. Grund: Schimmelpilz im Betrieb, Timo R. sei dadurch erkrankt. Sechs Tage spter zog er die Klage zwar zunchst zurck, doch bereits Ende Oktober erreichte den Betrieb eine neue Klage diesmal auf 16.209,52 Euro.

Groe Ausgleichsklausel

Am Dienstag wurde vor dem Arbeitsgericht in Bad Hersfeld verhandelt. Timo R. gab an, tglich zwei bis vier Stunden im Lager nach neuen Katalogen gesucht zu haben. Es war meine Hauptaufgabe zu schauen, dass immer genug Kataloge da sind, so der 21-Jhrige.

Richtig schlimm ist es im September geworden, als die neuen Winterkataloge gekommen sind, behauptete Timo R. Etwas peinlich fr den Azubi, dass Jacob korrigierte: Das stimmt nicht. Die neuen Winterkataloge kommen immer im Juni. Auerdem wre Timo R. niemals vier Stunden am Stck in dem Raum gewesen. Der ehemalige Azubi schwieg dazu. Hauptproblem ist es, nachzuweisen dass die Krankheit oder Allergie durch die Arbeit in dem Lager aufgetreten ist und nicht vorher schon da war.

Der Richter schlug daher einen Vergleich vor: Anstatt 16.000 Euro bekommt Timo R. nur 1.000 Euro und keine der beiden Partein kann weitere Rechtsansprche erheben. Jacob und dessen Anwalt Thorsten Peppel aus Neu-Isenburg waren damit einverstanden nach langer Besprechung entschied sich auch der Klger, den Vergleich anzunehmen.

Timo behauptet zwar, dass er nicht gelogen habe, einen faden Beigeschmack hat diese Aussage aber dennoch: Nach Informationen des Kreisanzeigers hat der Waldhesse bereits eine neue Ausbildung abgebrochen. Wir haben uns dafr entschieden, die 1.000 Euro zu zahlen. Jetzt ist diese leidige Geschichte hoffentlich abgeschlossen, sagt Jacob. Angeblich ging es Timo R. nicht um das Geld, sondern um Gerechtigkeit. Ich finde, dann sollte er den Betrag auch spenden, meint Jacob.

*Name von der Redaktion gendert

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