Roth bringt 42 Kollegen zum Spenden – Heiderich keinen: „Mali-Militärputsch Schuld“

Waldhessen. Waldhesse Manfred Schuchert engagiert sich, zusammen mit seiner Enkelin Katharina Schuchert, seit Jahren für Kinder in ­ärmeren Länd

Waldhessen. Waldhesse Manfred Schuchert engagiert sich, zusammen mit seiner Enkelin Katharina Schuchert, seit Jahren für Kinder in ­ärmeren Ländern, besonders für das Projekt "Mobile ­Schulen" in Mali der Welt­hungerhilfe. Um seinen ­Stiftungsfonds "Bildung für Afrika" einzurichten, bat Schuchert die beiden Bundestagsabgeordneten Helmut Heiderich (CDU) und Michael Roth (SPD) um Hilfe.

Schuchert wettete mit beiden, dass sie es nicht schaffen je ein Viertel der Abgeordneten ihrer Fraktion zu einer ­50-Euro-Spende für das Projekt zu bewegen. Schucherts ­Wetteinsatz: Je 500 Euro!

Tatsächlich gelang es Michael Roth insgesamt 42 seiner ­Kollegen zu einer Spende zu bewegen. "Aus eigener Erfahrung weiß ich um die Fülle von Spendenanfragen. Ich bin niemand, der wettet. Aber als Manfred Schuchert in ­meinem Büro saß und mich einlud, ganz konkret etwas für Kinder in Mali zu tun, wurde ich doch nachdenklich", erinnert sich Roth.

Und obwohl er weiß, wieviele Spendenanfragen seine Kollegen bekommen – auch aus ihren eigenen Wahlkreisen – sagte er zu. "Ich schrieb also an 145 Kollegen der SPD-Bundestagsfraktion einen persön­lichen Brief, sprach viele auch direkt an ", so Roth.

Umso mehr freute sich Roth, dass viele seiner Kollegen nicht nur spendeten, sondern sich auch über das Projekt informierten. "2.600 Euro sind, besonders durch den Einsatz von Manfred Schuchert, zusammengekommen", freut sich Roth und weiter: "Wenn es mit dem Geld gelingt, das Leben einiger Kinder nur ein bisschen menschlicher, ­gerechter und sicherer zu ­machen, dann ist viel erreicht."

Helmut Heiderich fragte ­keinen seiner CDU-Kollegen um Hilfe. Warum? "Das wichtigste Merkmal unserer neuen Entwicklungspolitik und wesentliche Voraussetzung für Budgethilfen sind stabile Verhältnisse vor Ort und sogenannte ‘good governance’", erklärt Heiderich.

Nach einem Militärputsch in Malis Hauptstadt Bamako ­haben ausständiche Tuareg-­Milizen den Norden des ­Landes überfallen. Inzwischen haben sich sogar Al-Qaida-nahe ­radikal-islamistische Terror­isten festgesetzt. "Damit sind rund zwei Drittel der Fläche von Mali – in der das Nomadenschulprojekt stattfindet – jeder staatlichen Kontrolle entzogen", stellt Heiderich fest und weiter: "Die christlich-­liberale Bundesregierung hat diesen Staatsstreich auf das Schärfste verurteilt. Ich bat Manfred Schuchert um Verständnis, dass ich meine ­Kollegen nicht auffordern möchte, für Projekte in Mali zu spenden, so lange dort Terroristen die Kontrollmöglichkeit der Mittelverwendung unmöglich machen."

Für Michael Roth war das kein Problem: "Ich vertraue Herrn Schuchert und der Welthungerhilfe, dass das Geld sinnvoll eingesetzt wird." Schuchert selbst hielt auch Wort und spendete für die verlorene Wette von Michael Roth selbst 500 Euro. "Ich halte mein Wort und spende das Geld sehr ­gerne. Schade das Herr Heiderich mit das erspart hat", sagt Schuchert.

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