A4: Sattelzug fungierte als Autotransporter für drei Fahrzeuge

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EIn Kleinlaster und zwei Pkw waren nur mit verknoteten Spanngurten auf dem Sattelzug befestigt. Ein Pkw ragte 1,5 Meter über die Ladefläche hinaus.

Bad Hersfeld. Als die Autobahnpolizei auf der A4 zwischen Bad Hersfeld und Obersuhl einen polnischen Sattelzug kontrollierte, der in Richtung Osten unterwegs war, machten die Beamten gleich mehrere kuriose Entdeckungen. Aufgefallen war ihnen der Sattelauflieger, weil ein geladenes Fahrzeug hinten viel zu weit über die Ladefläche hinausragte.

Am Parkplatz Nadelöhr zogen die Polizisten das exotische Gespann von der Autobahn. Was die Beamten dort zu sehen bekamen, übertraf alle Erwartungen. Der Spediteuer hat den Sattelauflieger unzulässig zum Autotransporter umfunktioniert. Nachdem der 41-jährige Fahrer die Seitenplane des Aufliegers zurückgezogen hatte, sahen die Beamten auf der Ladefläche einen Kleinlaster. Dem war die Luft aus den Reifen gelassen worden, um die zulässige Gesamthöhe nicht zu überschreiten. Hinter dem Kleinlaster folgten noch zwei PKW, von denen der letzte Wagen mehr als 1,5 Meter über das Heck des Aufliegers hinausragte.

Drei Fahrzeuge falsch und ungenügend gesichert

Bei der Sicherungskontrolle stockte den Beamten dann erneut der Atem. Alle drei Fahrzeuge waren falsch und ungenügend durch zu alte und nicht mehr zugelassene Spanngurte gesichert. Diese Spanngurte waren teilweise nicht einmal durch eine Ratsche gespannt, sondern verknotet. Das letzte Fahrzeug, das 1,5 Meter aus dem Auflieger herausragte, stand teilweise auf Auffahrrampen aus Stahl, um das Niveau der Ladefläche zu halten. Und um zu verhindern, dass das Fahrzeug nach unten abkippt, hatte man einfach einen Wagenheber unter die hintere Hälfte des PKW gestellt. "So etwas habe ich in meiner ganzen Dienstzeit noch nicht gesehen", sagte einer der Autobahnpolizisten.

Der Sattelauflieger musste stehen bleiben, und die Fahrzeuge müssen auf ein geeignetes Fahrzeug umgeladen werden. Das dürfte jedoch einige Probleme bereiten, da es auf dem Parkplatz Nadelöhr keine Rampe zum Umladen der Fahrzeuge gibt. Hierfür wird vermutlich ein Kran geordert werden müssen - zumal der Kleinlaster auf allen Rädern keine Luft mehr hat.

Die Kosten, die vermutlich mindestens im oberen vierstelligen Bereich liegen werden, muss der Spediteur tragen. Ihm droht zudem ein Bußgeld von ca. 2.000 Euro. Die Fahrzeug- und Ladungspapiere hat die Polizei sichergestellt.

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