„Schlüssel liegt im Elternhaus“

Leserbrief von Rainer Nemnich, Geschftsfhrer der Kreisverkehrswacht Hersfeld-Rotenburg, zum Fall Lukas:Die Saat der V

Leserbrief von Rainer Nemnich, Geschftsfhrer der Kreisverkehrswacht Hersfeld-Rotenburg, zum Fall Lukas:

Die Saat der Verantwortungslosigkeit im Straenverkehr wird frh ausgebracht

Dass Kinder und Jugendliche durch das Fernsehen, Videos und Computerspiele zu gewaltttigen Konfliktlsungen gesellschaftlicher Probleme verfhrt werden, ist zweifelsfrei.

Dies trifft besonders fr Kinder und Jugendliche zu, die versuchen, ihre Ich-Schwche und Minderwertigkeitskomplexe durch Gewaltaktionen, hufig in einer Gruppe, in Strke umzuwandeln.

Das gesellschaftliche Verhalten von Kindern und Jugendlichen ist aber immer auch ein Abbild des Verhaltens Ihrer Eltern und der ganzen Gesellschaft. Deshalb mssen sie nicht nur mit den massiven Einflssen erfundener Gewalt, sondern auch mit den alltglichen realen Gewalten fertig werden.

Hier ist besonders das zunehmende gewaltttige Verhalten in den Familien und die unzhligen durch die Medien hautnah vermittelten gesellschaftlichen Gewaltttigkeiten und kriegerischen Konflikte zu nennen.

Eltern, die sich im Straenverkehr rcksichtslos verhalten, drfen deshalb auch nicht erwarten, dass ihre Kinder es spter besser tun werden. Gewalt im Straenverkehr wird frh anerzogen, sei es durch eigenes Fehlverhalten der Eltern, durch Gewalt verherrlichende Videospiele oder Fernsehsendungen.

Diese Kinder werden ihr Leben lang ein Aufflligkeitspotential der negativen Art im Straenverkehr bilden, aber nicht nur dort, sondern in ihrem ganzen Lebensspektrum, wie wir es an der unrhmlichen Lebensweise des Lukas H. erkennen knnen. (siehe Bericht im heutigen Kreisanzeiger vom 25. Oktober 2009).

Solche aufflligen Personen gehren dauerhaft eliminiert aus unserer Gesellschaft. Sie mssen sich erst einmal zurckdienen in die Gemeinschaft um zu beweisen, dass sie zuknftig strafunauffllig bleiben.

Keine Mutter, kein Vater darf sich zuknftig Sorgen darber machen, dass ihr Kind einem solchen Menschen in die Arme luft.

Die anerzogene Ich-Schwche begleitet diese meist jungen Menschen wie ein Brandmal durch ihr Leben. Die Vielzahl vieler tdlicher Verkehrsunflle von Jugendlichen, die sich der Raserei verschrieben haben, sollte alle sensibilisieren und die Kreisverkehrswacht legt hier den Finger auf die Wunde.

Wer nicht den Kodex der Partnerschaft im Straenverkehr vorlebt, wer andere permanent ntig, mobbt und attackiert und demoralisierend bedrngt, darf sich nicht wundern, wenn der Apfel nicht weit vom Stamm fllt.

Es ist schwer gegen eingefahrene Mechanismen dieser negativen Art ein wirksames Konzept zu entwickeln.

Dennoch, die Mitarbeiter der Kreisverkehrswachten arbeiten Jahr fr Jahr daran, mittels umfangreicher Aufklrungskampagnen gegen dieses Fehlverhalten vieler junger Kraftfahrer anzugehen.

Doch auch wir mssen erkennen: Der Schlssel fr eine gesunde Entwicklung stetiger Verantwortung im Straenverkehr liegt in einem intakten Elternhaus. Dort wird eben alles getan, dass die Saat der Verantwortungslosigkeit und Rcksichtslosigkeit im Straenverkehr erst gar nicht aufgeht.

Rainer Nemnich, Geschftsfhrer der Kreisverkehrswacht Hersfeld-Rotenburg

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Hier der Artikel zum Fall Lukas:

Vergewaltiger legt Spur des Grauens Tter war auch fr schweren Autounfall verantwortlich, bei dem im Frhjahr seine 17-jhrige Freundin starb

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