Schnell schnelles Netz in Bebra - das sagt der Bürgermeister

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Magistrat Bebra soll Kontakt mit Breitband-Nordhessen GmbH aufnehmen – Uwe Hassl erklärt den Sachverhalt

Bebra. In der letzten Stadtverordnetenversammlung in Bebra wurde der Magistrat beauftragt, mit der Breitband-Nordhessen GmbH Kontakt aufzunehmen. Ziel sei eine unverzügliche und flächendeckende Breitband-Hochgeschwindigkeitsanbindung in Bebra.Rathaus-Chef Uwe Hassl hat bereits zuvor zu klären versucht, wann mit einer Erschließung in Bebra durch die Breitband-Nordhessen GmbH zu rechnen sei. "Eine verlässliche Antwort wurde mir jedoch nicht mitgeteilt", so ­Hassl.

Kein Marktversagen in Bebra

Gegründet wurde die Breitband-Nordhessen GmbH von fünf nordhessischen Landkreisen, um mit öffentlichen Fördergeldern in unterversorgten Gebieten einen Breitbandanschluss flächendeck­end herzustellen. "In Bebra liegt ein solches Marktver­sagen aber gar nicht vollflächig vor", erklärt Hassl. So seien die Ortsteile Blankenheim, Breitenbach und Lüdersdorf bereits seit letztem Jahr mit echtem Hoch­leistungsinternet der ­Telekom versorgt. "Außerdem gibt es in Bebra viele aktive Drittanbieter, die schnelles Internet anbieten." Die Telekom habe Hassl zudem zugesichert, den Lückenschluss in Bebra und Weiterode bis Ende 2016 zu gewährleisten. "Im Down­loadbereich erreicht man dann bis zu 100 Mbit/s und im Uploadbereich sogar bis zu 40 Mbit/s", so der ­Bürgermeister.Von einem notwendigen Marktversagen und der ­Eröffnung eines Tätigkeits­­feldes für die Breitband-Nordhessen GmbH sowie ­einer zeitnahen Lösung ­könne daher keine ­Rede mehr sein. "Auf meine Anfrage hin erhielt ich von der Breitband-Nordhessen GmbH deshalb die Antwort, dass man keinen Handlungsbedarf dort sehe, wo bereits erschlossene Gebiete mit min. 30 Mbit/s versorgt werden", so Hassl.

Lediglich in den Ortsteilen Asmushausen,  Rautenhausen, Braunhausen, Gilfershausen, Imshausen, Iba und Solz sei das aber der Fall. "Hier herrschen tatsächlich Unterversorgung und Marktversagen, weil diese Ortsteile wirtschaftlich nicht erschlossen werden können", so Hassl. Daher rechne er nicht mit einem Anschluss der Gebiete vor Ende 2017. (Anm.d.Red.: Mehr dazu im Interview auf dieser Seite).

Das Stadtoberhaupt wolle sich auch weiterhin dafür einsetzen, eine schnelle Lösung mit der Breitband-Nordhessen GmbH herbeizuführen, um den längst überfälligen Anschluss der Ortsteile und Gewerbegebiete an das schnelle Internet zu gewährleisten. Hassl stellt aber klar: "Es darf mir aber nicht verwehrt sein, nach Alternativlösungen und Drittanbietern zu suchen, die bereit sind, den Lückenschluss auch schon vorzeitig zu schließen. Unsere Bürger haben einen Anspruch auf ­einen zeitnahen Anschluss und vor allen Dingen an dem Fortschritt der Technologie teilzuhaben."

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Der Kreisanzeiger sprach mit Bebras Bürger­-­meister Uwe Hassl über die aktuelle Situation rund um flächendeckendes High-­speed-Internet in der Biberstadt.

Herr Hassl, Sie stehen teil­weise in der Kritik, weil Sie neben der Breitband-Nordhessen GmbH auch mit ­anderen Anbietern zwecks ­einer Highspeed-Versorgung für Bebra sprechen. Wieso tun Sie das?Ich befürchte, dass am Ende unterschiedliche Anbieter für ein Zwei-Klassen-­Internet in Bebra sorgen. Während die Breitband-Nordhessen GmbH nur ein Internet mit bis zu 30 Mbits/sec. anbieten wird, hält die Telekom derzeit mit dem modernen Vectoring dagegen und bewirbt ihre Produkte mit 50 bis 100 Mbits/ sec. Nicht nur die Bürger, sondern auch unsere Gewerbebetriebe ­fordern ein immer schnelleres Internet.

Warum ist eine so schnelle Leitung Ihrer Meinung nach wichtig? Reicht nicht einfach eine "normale Leitung"?Für E-Mails abrufen und im Internet surfen ist zwar das einfache Internet aus-­reichend, aber selbst bei ­Teilung der Bandbreite durch zeitgleiches Nutzen mehrerer Familienangehöriger sinkt der Komfort schon erheblich. Modernes Entertainment, das Streamen von Filmen und Musik – was ja schon lange die Videothek ersetzt hat – und die Flut von zu bewältigenden Datenmengen fordert geradezu ein echtes Turbointernet. Nur so können wir auch die Ortsteile als interessanten Wohnstandort für Familien schmackhaft machen.

Wann rechnen Sie mit einer flächendeckenden Breitband-Anbindung durch die Breitband-Nordhessen GmbH?Da eine konkrete Aussage der Breitband-Nordhessen GmbH, wann nun unsere restlichen Ortsteile angeschlossen werden, nicht getroffen werden kann – weil man sich noch im Ausschreibungsverfahren und anschließend im Aufbau des Kernnetzes befinde – ziehe ich die Schlussfolgerung, dass jedenfalls nicht vor Ende 2016 mit einem Ausbau und auch nicht vor Ende 2017 mit einem Anschluss der rest-­lichen Orts­teile von Bebra  zu rechnen sein wird.

Aber besteht nicht auch die Chance, dass Bebra zu den ­zeitnahen angeschlossenen Gebieten durch die Breitband-Nordhessen GmbH gehört?Es sollte jetzt schon deutlich ­werden, dass Bebra nicht die Kommune der fünf Land­kreise sein wird, die als erste angeschlossen wird. Soweit dann auch noch eine Bürger-­initiative in Solz in einem ­Parallelverfahren wie in Weißenhasel mit einem Dritt­anbieter einen eigenen Vorstoß wagt, wird sich am Ende die Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Entwicklung der übrigen Ortsteile in Bebra durch die Breitband-Nordhessen GmbH immer ­schlechter darstellen.Daraus folgere ich wiederum, dass eine sogenannter ­Resterschließung ziemlich in das Ende der Erschließung der fünf Landkreise fallen wird, denn auch die Breitband-Nordhessen GmbH wird schnellstmöglich wirtschaftliche Ergebnisse nachweisen wollen. Somit könnte Bebra zu den Kommunen zählen, die als letzte angeschlossen werden könnten.

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