„Show Boat“ hält, was es verspricht

Bad Hersfeld. Eine stimmigere Premiere dürfte es selten gegeben haben, als am Mittwoch zum ersten Mal das Musical "Show Boat" gezeigt wurde

Bad Hersfeld. Eine stimmigere Premiere dürfte es selten gegeben haben, als am Mittwoch zum ersten Mal das Musical "Show Boat" gezeigt wurde. Nicht nur wegen des raren Erlebnisses einer Aufführung ohne Regenplane ,sondern auch, weil in diesem Fall die sommerliche Schwüle geradezu hervorragend mit der Atmosphäre des Stücks harmonierte: Während sich die Dockarbeiter auf der Bühne mit Schweißtüchern die Gesichter tupften, fächelten sich die Zuschauer mit ihren Eintrittskarten kühle Luft zu.

Die Auswahl des Stücks lässt nach diesem Abend keine Fragen mehr offen: Wie offen und schonungslos hier tatsächlich mit dem Thema Rassendiskriminierung umgegangen wird,   dürfte für nicht wenige zuschauer durchaus den ein oder anderen Schockeffekt beinhalten und sollte jeden zum Nachdenken anregen, inwieweit das gezeigte wirklich einer fernen Vergangenheit angehört.

Sehr wohltuend wird dabei aber auf Belehrungen verzichtet, sondern das ernste Thema in einer äußerst gefälligen Verpackung angeboten: Neben mitreißenden Songs und beeindruckenden Choreografien gab es Humor und Herzschmerz geradezu auf Flatrate, charmant mit einem selbstreferentiellen Augenzwinkern serviert: Die Zuschauer bekommen tatsächlich genau das zu sehen, was Käpt’n Andy zu Beginn verspricht, als er die Show auf dem "Show Boat" ankündigt (obendrein sogar ein 2-für-1-Angebot, denn ebendiese Show bekommt das Publikum ebenfalls zu sehen).

Alles harmoniert von Anfang an so perfekt, dass es sogar wenig ausmachte, dass nicht alle Texte, obwohl auf deutsch gesungen, verständlich ankamen – teilweise wohl der ungewohnten Akustik mit offenem Dach geschuldet, teilweise auch dem starken Akzent der amerikanischen Schauspieler (letzteres hat allerdings den im Stück durchaus beabsichtigten Effekt, dass für das weiße Publikum gerade die schwarzen Darsteller schlechter verständlich sind).

Darüber hinaus verlangt das Stück den Darstellern auch einiges ab, doch von den komisch-überdrehten Theater-im-Theater-Szenen über die mitunter akrobatischen Tanznummern bis hin zu den emotionalen Abgründen, wie sie sich beispielsweise im Liedvortrag einer alkoholkranken Diva offenbaren, meisterte das Ensemble alle Herausforderungen – inclusive einiger technischer Probleme mit den Mikros. Szenenapplaus von Beginn an und ausdauernde Standing Ovations zum Schluss belohnten eine traumhafte Darbietung.

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