SPD-Neujahrsempfang: Ehrenamt darf nicht Ersatz für sozialen Staat sein

Bad Hersfeld. Am meisten freue sie sich, wenn sie alte Bekannte wiedertreffe, so die Pröpstin Sabine Kropf-Brandau beim Neujahrsempfang der Bad Hersf

Bad Hersfeld.Am meisten freue sie sich, wenn sie alte Bekannte wiedertreffe, so die Pröpstin Sabine Kropf-Brandau beim Neujahrsempfang der Bad Hersfelder SPD. Mit dem ebenfalls anwesenden Verein TSV Sorga sei sie schon seit frühester Kindheit verbunden: "Bereits mit drei Jahren hat meine Mutter mich dorthin zum Turnen mitgenommen." Als Festrednerin setzte sich die Theologin im voll besetzten Bürgerhaus Hohe Luft mit der Bedeutung des Ehrenamts in unserer Gesellschaft auseinander.

Zahlreiche Vereinsvertreter aus etwa 20 Vereinen waren unter den rund 120 Gästen aus Politik, Vereinen und Wirtschaft, die der Ortsvereinsvorsitzende Petersberg/Hohe Luft, Bernd-Paul Schmalbauch begrüßen konnte. Stadtverbandsvorsitzender Gunter Müller wies in seiner Rede auf die politischen Schwerpunkte der Hersfelder Sozialdemokratie im kommenden Jahr hin. "Wir werden uns auch weiterhin für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für Zukunftsenergien und für soziale Gerechtigkeit in unserer Stadt einsetzen."

Dass es im vergangenen Jahr gelungen sei, die Kürzungspläne des Bürgermeisters in der Kinderbetreuung und Vereinsförderung zu verhindern, bezeichnete er als das besondere Verdienst des SPD-Fraktionsvorsitzenden Bernd Wennemuth. "Diese Einschnitte hätten für einige Vereine das Ende in ihrem Engagement für unsere Stadt bedeutet", so Müller. Zugleich betrachte er mit großer Sorge, dass immer weniger junge Interessierte den Weg in die Kommunalpolitik fänden. "Der Ton in der öffentlichen Auseinandersetzung hat bei manchen mit einer fairen und sachlichen Debatte nichts mehr zu tun. So etwas schreckt ab", unterstrich Müller.

In ihrer Festrede beleuchtete die PröpstinSabine Kropf-Brandau die unterschiedlichen Aspekte des Ehrenamts. "Menschen spenden im Ehrenamt das Wertvollste, was sie haben: ihre Zeit." Zwar könnten einige Ehrenämter auch in der Kirche zuweilen nicht mehr besetzt werden, dennoch sei die Zahl der Menschen, die sich aus freien Stücken engagierten, immer noch sehr groß: "Jeder dritte Bundesbürger engagiert sich freiwillig, allerdings nicht mehr automatisch über einen langen Zeitraum." Kropf-Brandau warnte in ihrer Rede davor, das Ehrenamt als Alibi für den Wegfall öffentlicher Strukturen zu missbrauchen. "Aufgaben der öffentlichen Hand dürfen nicht einfach auf den Schultern der Ehrenamtlichen abgeladen werden", so die Pröpstin.

Hier müsse die Politik auch weiterhin ihren Pflichten nachkommen und genügend Mittel bereit stellen. Ausdrücklich hob sie hervor, wie wichtig eine ausreichende Wertschätzung dabei sei. "Wir alle brauchen auch Lob. Das gilt vor allem für die Menschen, die sich unentgeltlich und freiwillig für das Wohl ihrer Mitmenschen einsetzen."

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