Speckige Sitze, dreckige Fenster

GDL Bebra kritisiert das derzeitige Wagenmaterial des DB Fernverkehr aufs SchrfsteBebra. Die Ortsgruppe Bebra der Gewerkschaft Deutscher Lokomot

GDL Bebra kritisiert das derzeitige Wagenmaterial des DB Fernverkehr aufs Schrfste

Bebra. Die Ortsgruppe Bebra der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivfhrer (GDL) kritisiert das derzeitige Wagenmaterial des DB Fernverkehr aufs Schrfste .Thomas Mhlhausen, Vorsitzender der Ortsgruppe Bebra hierzu: Betroffen sind vorrangig die Intercity der Mitte-Deutschland-Verbindung vom Ruhrgebiet in Richtung Berlin. Die Deutsche Bahn setzt auf dieser Verbindung so knnte man meinen ihre letzten Reserven ein. Uns sind mehrere Flle bekannt, bei denen die Zge nur teilweise vier oder fnf Wagen hatten und kaum ausreichend Platz fr die mitreisenden Fahrgste boten.Hinzu kommt auch, so Mhlhausen weiter, dass der Bistrowagen bei allen Zgen seit Mitte Dezember fehlt und nur kleinere Speisen und Getrnke aus einer Minibar angeboten werden. Die frher einmal festgelegten Standards ber Art und Ausstattung eines Intercity spotten bei diesen Zgen jeder Beschreibung, manche Nahverkehrszge bieten mehr. Fr Mhlhausen wird dabei eines besonders deutlich: Man knnte fast meinen, dass durch diese Manahmen die letzten verbliebenen Kunden vertrieben und auf andere Verbindungen gelotst werden sollen. Ob dies allerdings der richtige Weg ist, darf bezweifelt werden. Die Reisenden werden vermutlich eher aufs Auto als auf teurere und mit Umsteigen verbundene Verbindungen umsteigen.Der GDL-Ortsgruppe Bebra sei sehr wohl bewusst, dass die Fahrzeuglage bei der Deutschen Bahn derzeit uerst angespannt ist: Im Herbst 2008 wurde ein sehr groer Teil der gesamten ICE-Flotte aus dem Verkehr gezogen, da zustzliche Untersuchungen an den Achsen notwendig geworden waren. Zum Sommer 2009 kehrten die meisten ICE auf die fr sie vorgesehenen Strecken zurck.Allerdings gebe es im Vergelcih zum Frhjahr 2010 einen entscheidenen Unterschied: Derzeit steht der Fernverkehr der Deutschen Bahn vor einer hnlichen Situation. Diesmal hat man allerdings nicht die vorhandenen und von der Instandhaltung zurckgestellten Fahrzeuge reaktiviert, sondern die Wagen fr die Ersatzzge aus den bestehenden Zgen einfach abgezogen. Wir fragen uns daher: Wo sind die vielen Wagen hingekommen mit denen man vom Herbst 2008 bis in den Sommer 2009 hinein die Ersatzzge fuhr?Fr Mhlhausen steht die Sicherheit weiterhin klar an allererster Stelle: Als Lokfhrer bekommt man beigebracht, dass zuerst sicher und danach pnktlich gefahren wird. Genauso verhlt es sich auch mit der Wartung: Wenn ein Waggon oder ein ganzer ICE nicht einsatzfhig sind muss Ersatz her.Auch das Argument, dass die Deutsche Bahn ein Wirtschaftsunternehmen sei und nicht mehr wie frher zu Bundesbahnzeiten an jedem greren Bahnhof Personal und Ersatzzge vorhalten knne, drfe man nicht gelten lassen: Wenn ich auf eben diese Reserven verzichte, muss ich dafr Sorge tragen, dass die vorhandenen Fahrzeuge eine ausreichende Wartung erfahren, die nicht nur der Sicherheit, sondern auch dem Komfort Rechnung trgt. Schaffe ich das nicht mit den vorhandenen Ressourcen, muss ich eben dort nachsteuern, wo es klemmt. Was nutzt all das Prestige auf ausgesuchten Fernverbindungen, wenn ich aber meine Stammkunden mit schmuddeligen Sitzen, dreckigen Fenstern und Ablagen und nicht ausreichenden Sitzplatzkapazitten vergraule?Die Mitarbeiter in den Zgen und an den Bahnhfen sind allerdings die falsche Adresse fr Unmutsbekundungen: Unsere Kolleginnen und Kollegen knnen die Beschwerden der Kunden zwar an ihre Vorgesetzten weiterleiten, doch diejenigen, die fr eine nderung sorgen knnten, erreicht man damit leider nicht. Die Lokfhrer und Zugbegleitpersonale wissen meist schon vor Dienstbeginn, dass Art und Ausstattung der Zge mangelhaft sein werden und sie sich dadurch den Unmut der Reisenden zuziehen, da sie die ansprechbaren Vertreter des Unternehmens sind. Alles andere als angenehme Aussichten auf einen bevorstehenden Arbeitstag.Fr die GDL-Ortsgruppe Bebra wird daher das Offensichtliche nur noch deutlicher. Der angestrebte Brsengang der Deutschen Bahn muss unter allen Umstnden verhindert werden. Anderenfalls drohen nicht nur noch krzere Zge, sondern auch weitere Sparmanahmen. Wohin das fhren kann, hat man bei der Berliner S-Bahn eindrucksvoll gesehen, so Mhlhausen.

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