Stadt plant Großes

Auf dem ehemaligen Babcock-Gelnde soll eine Wissens- und Erlebniswelt entstehen geplanter Start: 2012 Bad Hersfeld. Als 2002 die Babcock

Auf dem ehemaligen Babcock-Gelnde soll eine Wissens- und Erlebniswelt entstehen geplanter Start: 2012

Bad Hersfeld. Als 2002 die Babcock Insolvenz anmelden musste, war das ein herber Schlag fr die Stadt Hersfeld, ja fast fr die ganze Region. Zahlreiche Arbeitspltze gingen verloren und das Areal schrie nach einem neuen Nutzungskonzept. Die Firma Grenzebach bezog dort zwar ihr Domizil, das allerdings nur befristet. Langfristige Konzepte mussten her. Nachdem man mit dem Versuch gescheitert war, die Landesgartenschau nach Bad Hersfeld zu holen, scheint jetzt Licht am Ende des Tunnels in Sicht. Die Stadt plant, auf dem sechs Hektar groen Gelnde eine Wissens- und Erlebniswelt zu errichten. Kreisanzeiger-Redaktionsleiter Karsten Kndl sprach mit Brgermeister Hartmut H. Boehmer ber die Plne.

KA: Herr Boehmer, Welches war die Grundidee, die hinter ihren Plne steckt?

Boehmer: Was fiele Ihnen zu unserer Stadt ein, wenn Sie als Nicht-Ortskundiger den Namen Bad Hersfeld hren wrden? Die Festspiele, das Lullusfest, vielleicht noch Live Jazz Bad Hersfeld und dann? Das reicht nicht. Wir brauchen etwas, womit man Leute anziehen kann. Wir haben dringenden Nachholbedarf im Bereich Tourismus.

KA: Und da ist Ihnen eine Wissens- und Erlebniswelt eingefallen?

Boehmer: Naja, eingefallen... Seit sechs Jahren ist ja nun das Babcock-Problem einer meiner Hauptprogrammpunkte. Und schaut man mal nach Gieen die haben uns ja die Landesgartenschau weggeschnappt dann sieht man am Mathematikum, dass man ein vermeintlich sprdes Thema durchaus attraktiv, interessant und fr eine breite Masse publikumsgerecht aufbereiten kann. Nimmt man jetzt zwei der groen Shne unserer Stadt, Konrad Duden und Konrad Zuse, und kombiniert das Ganze, dann kommt am Ende dieses geplante Ensemble heraus.

KA: Welches sind denn die Kernstcke des geplanten Objektes?

Boehmer: Zum einen das Science-Center, in dem Besucher praktisch spielerisch lernen knnen. Stichwort Edutainment eine Mischung aus Education und Entertainment. Die Gste werden mitgenommen in eine Welt der Sprache, bzw. des Kommunizierens. Auerdem planen wir auf dem Gelnde eine Veranstaltungshalle nach Duisburger Vorbild. Auch dort wurde eine Fabrikhalle in eine Veranstaltungshalle mit tollem Ambiente umfunktioniert. Dazu wird auf dem Areal ein Boardinghaus entstehen, beispielsweise fr Amazon-Pendler. Geplant ist auch ein Parkdeck.

KA: Nun mal zu den Kosten. Wieviel Geld nimmt die Stadt Bad Hersfeld in die Hand, was kostet das geplante Objekt den Steuerzahler, wie wird es finanziert?

Boehmer: Wir gehen von knapp 16 Millionen Euro aus. Das bedeutet eine jhrliche Zinsbelastung von 720.000 Euro. Refinanziert werden die Kosten hauptschlich durch die Anhebung des Hebesatzes der Gewerbesteuer im Vergangen Jahr. Nun werden Kritiker sagen: Ach, deshalb wurde der Hebesatz angehoben. Dem entgegne ich: Wir haben in den vergangenen zwlf Jahren mehr als 20 Millionen Euro in die Wirtschaft investiert, jetzt holen wir uns einen kleinen Teil zurck, der aber auch so investiert wird, dass er der Wirtschaft und den Gewerbetreibenden wieder zugute kommt. Zudem erwarten wir Landes- und EU-Zuschsse. In Eigenverantwortung betreiben soll die Wissens- und Erlebniswelt das Bremer Unternehmen Petri & Tiemann, das u.a. auch schon erfolgreich mit dem Universum Bremen am Markt vertreten ist.

KA: Und wann solls losgehen?

Boehmer: Auf den Weg bringen wollen wir das Ganze in der Stadtverordnetenversammlung am 7. Mai, da muss ber das Konzept entschieden werden. Wenn alles planmig luft, geht es mit dem Abriss einiger Gebude im Herbst diesen Jahres los. Kommt es zu keinen greren Komplikationen, rechnen wir mit der Erffnung im Frhjahr 2012.

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