Stadtarchivar der Stadt Bebra übergibt das Amt

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Bebra. Er hat das Stadtarchiv der Biberstadt um ein entscheidendes Maß nach vorne gebracht - jetzt geht Hans Möller in den Ruhestand.

Bebra. Nach fast 22 Jahren übergibt Hans Möller das Bebraer Stadtarchiv am Ende dieses Jahres an seinen Nachfolger Peter Kehm. "Ein paar Sachen muss ich noch fertig machen, dann ist Schluss", sagt der gebürtige Gilfershäuser Hans Möller. Auch wenn ihm der Abschied erkennbar schwer fällt, steht sein Entschluss fest. "Ich bin jetzt 79 Jahre alt,  will gern aufrecht aus meinem Archiv gehen und nicht rausgetragen werden", erklärt Möller.

Weit über 20 Jahre lang hat der pensionierte Eisenbahner Ausstellungen organisiert, Bildersammlungen gepflegt, Zeitungsausschnitte und Urkunden geordnet und unzählige Anfragen beantwortet. Zwei Dinge lagen  dem engagierten Archivar besonders am Herzen: Der Kontakt zur Jugend und die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte ­Bebras. Möller war als Kind selbst Zeitzeuge der Vertreibung.  "Niemals werde ich die Blicke der Kinder vergessen, die gar nicht begreifen konnten was geschah, als sie an der Hand ihrer Eltern die Heimat verlassen mussten. Ich habe mir geschworen, diesen Mitmenschen Gesicht oder zumindest den Namen zurück zu geben", schildert Möller seine Motivation. Mit Gedenktafeln und Ausstellungen, vor allem aber durch persönliche Gespräche mit Juden aus aller Welt, die in Bebra ihre Wurzeln hatten, hielt Möller sein Versprechen.

Möller legt größten Wert auf die Feststellung, dass er sowohl von renommierten ­Historikern, aber auch ganz einfachen Mitmenschen bei seiner Arbeit unterstützt worden ist. Ursprünglich war Möller als Nachfolger von ­Rudi Eichhorn ins Archiv ­Bebras aufgebrochen, um die Eisenbahngeschichte und damit die Stadtgeschichte zu bewahren. Zunehmend entwickelte er sich zum Ansprechpartner für Anfragen von Menschen rund um den Globus. "Das hat so viel Spaß gemacht, dass die Zeit wie im Flug vergangen ist. Die Leute sind immer wieder erwartungsvoll zu mir gekommen und sehr erfreut gegangen. Das hat mich jung gehalten", freut sich Möller zum Abschluss.

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