Ein Stahlkoloss für K+S: Großprojekt für Gewässerschutz

Heringen. Es war ein beeindruckender Anblick, als abends um halb elf zwischen den Häusern in Heringen ein Schwertransporter mit einer gigantischen Fr

Heringen. Es war ein beeindruckender Anblick, als abends um halb elf zwischen den Häusern in Heringen ein Schwertransporter mit einer gigantischen Fracht auftauchte. Die Schaulustigen, die gekommen waren, zückten ihre Kameras. "So etwas sieht man selten", sagte ein Mann beeindruckt, als er auf den Auslöser drückte. Der Schwertransporter hatte den unteren von zwei Teilen eines Verdampfers geladen – in liegendem Zustand etwas mehr als sieben Meter lang und 6,5 Meter hoch. Nur knapp zwei Handbreit von den Straßenlaternen rechts und links entfernt bugsierte der Fahrer der Firma CC Bäuml den Schwertransporter mit sicherer Hand Richtung Werksgelände Wintershall.

Der Stahlkoloss gehört zu einem der Großprojekte, die derzeit im Rahmen des Maßnahmen-Paketes zum Gewässerschutz bei der K+S KALI GmbH umgesetzt werden. K+S investiert 360 Millionen Euro in Neubaumaßnahmen, Verfahrensoptimierungen und Anlagenerweiterungen auf den drei Produktionsstandorten Hattorf, Wintershall und Unterbreizbach, um das Salzabwasser aus der Kaliproduktion bis 2015 deutlich zu reduzieren.

Auf dem Standort Wintershall entsteht unter anderem eine zusätzliche Eindampfanlage. Der Verdampfer, der jetzt geliefert wurde, ist der größte von vier Verdampfern für diese Anlage. "Die Eindampfanlage funktioniert quasi wie ein Kochtopf: Der Salzlösung wird durch Verdampfen das Wasser entzogen", erklärt Heiko Spaniol, Projektingenieur für die Großprojekte am Standort Wintershall.

Der Verdampfer war so groß, dass er in zwei Teilen gebaut und nacheinander geliefert werden musste. Das untere Teil wog etwa 31 Tonnen, das obere knapp 27 Tonnen. Die Firma Ebner aus Eiterfeld hat den Verdampfer konstruiert. Bei der Heringer Firma Messer Industriemontagen & Apparatebau GmbH wurde er gefertigt. Allein der Transport war eine logistische Herausforderung: Wegen seines Durchmessers passte der Verdampfer nicht unter den Rohrbrücken auf dem Gelände des Standortes Wintershall hindurch, die in einer Höhe von viereinhalb Metern angebracht sind. Also wurden die beiden Teile nacheinander durch Heringen auf das Gelände des E.ON-Heizkraftwerkes gebracht. Von dort hob ein Autokran sie über den Zaun auf das K+S-Gelände. Nun sind die beiden Teile in einem speziellen Zelt untergebracht, wo sie in den kommenden Wochen zusammengeschweißt und innen gummiert werden. Anschließend wird in Wintershall ein 800-Tonnen-Kran mit einer Hakenhöhe von 100 Metern sämtliche Großbehälter in das Gebäude der Eindampfanlage einheben.

Die Großprojekte auf den drei Produktionsstandorten des Kaliwerkes Werra gehen gut voran. "Wir liegen mit den Projekten voll im Plan. Bis 2015 werden alle Projekte umgesetzt und das Ziel, die Reduzierung der Abwässer, erreicht sein", ist sich Gerd Hofmann, Leiter Großprojekte bei K+S, sicher. Neben 30 Ingenieuren und Technikern der K+S KALI GmbH sind 15 Planungs- und 30 Ausführungsfirmen, viele davon aus der Region, an der Planung und Umsetzung der Großprojekte beteiligt.

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