Es war einmal – am Freitag im Kino

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Daniel Blöthner (li.) und Philipp Ling äußern ihre Meinungen zum neuesten "Star Wars"-Film.

Nach dem überraschenden Ende von Star Wars – Episode VII erwarteten die „Star Wars“-Fans in der Kreisanzeiger-Redaktion den neuesten Streifen, „Episode VIII – Die letzten Jedi“ besonders stark.

Bad Hersfeld. Am Freitag hatte das Warten ein Ende und der neueste "Star Wars"-Film wurde von KA-Mitarbeitern im Kino geschaut. Wie es im „Star Wars“-Universum aber auch mit der hellen und der dunklen Seite der Macht so ist, sind zwei der Mitarbeiter in Bezug auf den Film geteilter Meinung, aber lesen Sie selbst.

Eine würdige Mitte

Volontär Daniel Blöthner ist hellauf begeistert:

Es ist immer so eine Sache mit den Filmen einer Trilogie, die als zweite Teile erscheinen. Im Grunde erwartet man den spannendsten Teil am Ende der Trilogie. Speziell bei Episode I bis III von Star Wars waren II und III sehr vorhersehbar, schließlich kannte man Episode IV und wusste, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird. Auch bei Episode IV bis VI waren die Höhepunkte mit den zwei Todessternen auf den Anfang und das Ende gelegt.

Natürlich ist auch Episode V sehr sehenswert, doch dient der Film vor allem als Bindeglied zwischen IV und VI. Diesem Schema entsprechend ist auch die Rahmenhandlung von Episode VIII nicht ganz so spannend, wie das Bekämpfen eines noch mächtigeren Todessterns in Episode VII. Dennoch hat es Regisseur Rian Johnson geschafft, mich dermaßen an den Film und die Charaktere zu fesseln, dass ich ihn mir gut und gerne bald noch einmal anschauen könnte. Die Geschichten der neu eingeführten Charaktere sind abwechslungsreich erzählt und auch altbekannte Charaktere wie Leia und Luke finden ihren Platz in der Handlung, zu der sie schließlich auch maßgeblich beigetragen haben. In den rund zweieinhalb Stunden kommt definitiv keine Langeweile auf und es gibt einige Überraschungen.

Immer passiert an mehreren Stellen gleichzeitig etwas und da Disney die Rechte an der Marke gehören, ist Episode VIII trotz aller Gewalt in den Sternenkriegen witziger gestaltet, als einige der Vorgänger. Ein besonders großes Lob geht auch an Komponisten John Williams, der das Kinoerlebnis mit seiner Musik weiter abrundet. Doch nun heißt es wieder warten, denn Episode IX erscheint erst im Dezember 2019. An sich muss der Action dann noch eins draufgesetzt werden, doch leider auch dem Drama, das bei Star Wars stets mitschwingt und zu dem macht, was so viele begeistert.

Schwierige Balance

Redakteur Philipp Ling ist nicht so recht überzeugt:

Als eingefleischter „Star Wars“-Fan habe ich mich natürlich auf „Die letzten Jedi“ sehr gefreut. Doch leider wollte der Funke diesmal nicht so richtig überspringen. Fans sind mitunter schwer zufrieden zu stellen, doch ich stehe mit meiner Ansicht nicht alleine da. Die Meinungen gehen auseinander, vom besten bis zum schlechtesten „Star Wars“-Film aller Zeiten ist alles dabei. Ich selbst finde ihn keinesfalls schlecht: Er bietet, wie es sich für einen solchen Film gehört, beeindruckende Bilder, unvorhergesehene Wendungen und einige wahrlich große Momente. Doch die Erwartungen, die nach „Das Erwachen der Macht“ in diese Fortsetzung gesetzt wurden, kann er nicht erfüllen.

Viele der dort aufgeworfenen (und in der Fangemeinde heiß diskutierten) Fragen werden zwar beantwortet – allerdings oft nicht so, wie die Fans sich das vorgestellt haben. Die zweieinhalb Stunden Laufzeit ziehen sich spürbar und die Handlung wirkt an vielen Stellen seltsam uninspiriert.

Dass der neue Eigentümer Disney nun versucht, der Marke seinen eigenen Stempel aufzudrücken, wird allerorten kritisch vermerkt. Die geradezu anstoßend niedlichen Porgs – bereits aus dem Trailer bekannt – sind da noch das geringste Ärgernis. Denn eine richtige Linie findet man nicht: Düsterer sollte der neue Star-Wars auf jeden Fall werden, gleichzeitig soll aber auch frech-moderner Humor nicht zu kurz kommen – eben alles, was gerade bei den jungen Leuten hip und angesagt ist. Doch die selbstironische Flapsigkeit, die das Markenzeichen der Marvel-Filme geworden ist, verfängt im Star-Wars-Kosmos nur schwer. Aber vielleicht bin ich einfach nur zu alt, so wie Luke Skywalker, der bereits im Trailer das Ende der Jedi angekündigt hat. Nun ist es also Zeit, das Lichtschwert an die nächs­te Generation weiterzugeben. Möge die Macht mit ihnen sein!

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