Steigende Unfälle durch Wild sowie unter Alkoholeinfluss

V.l.: Leiter der Polizeistation Rotenburg und Erster Polzeihauptkommissar Peter Lang, Direktionsleiter der Polizeidienststelle Hersfeld-Rotenburg und Kriminaldirektor Reiner Neusüß , Polizeihauptkommissar Peter Lippert vom Regionalen Verkehrsdienst Hersfeld-Rotenburg sowie Leiter der Polizeistation Bad Hersfeld und Erster Polizeihauptkommissar Jörg Stein. Foto: Buschky
+
V.l.: Leiter der Polizeistation Rotenburg und Erster Polzeihauptkommissar Peter Lang, Direktionsleiter der Polizeidienststelle Hersfeld-Rotenburg und Kriminaldirektor Reiner Neusüß , Polizeihauptkommissar Peter Lippert vom Regionalen Verkehrsdienst Hersfeld-Rotenburg sowie Leiter der Polizeistation Bad Hersfeld und Erster Polizeihauptkommissar Jörg Stein. Foto: Buschky

Die Polizeidirektion Bad Hersfeld-Rotenburg stellt den Verkehrsbericht für 2015 vor.

Bad Hersfeld/Waldhessen. In einer Pressekonferenz hat die Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg den Verkehrsbericht für das Jahr 2015 vorgestellt. "In einem Umfeld, das durch Autobahnen und Bundesstraßen sowie das dadurch erhöhte Verkehrsaufkommen geprägt ist, sind wir vor allem um Prävention und Aufklärung bemüht", erklärt Kriminaldirektor und Direktionsleiter der Polizeidienststelle Hersfeld-Rotenburg Reiner Neusüß.

Damit verbunden sei es auch wichtig, Geschwindigkeiten zu messen. "Die positiven Ergebnisse der Prävention führen wir auf unsere Arbeit zurück. Diese fließt aber in keine Statistik mit ein", sagt Neusüß weiter. Einer Statistik der Langzeitentwicklungen ist zu entnehmen, dass die Zahl der durch Verkehrsunfälle getöteten Menschen in den letzten elf Jahren in Osthessen nie so niedrig war wie in 2015. Entgegen dieser positiven Zahlen, stieg jedoch die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle und auch die Anzahl der Schwerverletzten liegt circa im Durchschnitt.

Dazu gibt Neusüß zu bedenken: "Jeder Tote und Schwerverletzte ist einer zu viel." Im Kreis Hersfeld-Rotenburg verhält es sich ähnlich. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle stieg auf 2.437 Vorfälle. 103 Schwerverletzte zeigen eine leichte Senkung gegenüber den Vorjahren und auch zwei Todesopfer sind weniger, als in den Vorjahren. Neusüß nennt ein Beispiel, um zu bekräftigen, wie wichtig Prävention ist: "Es muss nur ein vollbesetzter Bus im Kreis verunglücken und die Statistik sieht wieder ganz anders aus." Auch wenn Schwerverletzte nach dem Unfall noch am Leben sind, so können sie ihre Familien mit Langzeitfolgen mehrere Jahre belasten.Für die meisten Unfälle spielen die Wetterlage und Zufälle eine tragende Rolle. Zudem verbessert sich die Sicherheit in Neuwagen, was sich positiv auswirkt. Ein großes Problem der heutigen Zeit sieht Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der Polizeistation Bad Hersfeld Jörg Stein in den schnell gemachten und hochgeladenen Bildern mit Smartphones in soziale Netzwerke: "Wenn ein Kollege den Angehörigen die Botschaft über den Tod eines Familienmitglieds überbringen muss, gab es schon den Vorfall, dass diese die Nachricht bereits durch soziale Netzwerke erhalten haben."

Auch wenn weniger Fahrer, die das 75. Lebensjahr überschritten haben, an Verkehrsunfällen beteiligt sind, als etwa junge Fahrer, so können Unfälle im Alter massiv lebensverändernder sein als bei jungen Fahrer, deren Körperbau noch viel flexibler ist. So stieg bei beiden Gruppen die Anzahl der Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr, doch sank gleichzeitig die Zahl der jungen Verunglückten Fahrer, während diese bei den älteren Fahrern anstieg. Speziell für ältere Fahrer sei es daher wichtig, zuzuhören, Einsicht zu zeigen und Schritt für Schritt nicht mehr selbst zu fahren – angefangen bei speziellen Witterungsbedingungen.

Negativ zeigt sich die Entwicklung der Verkehrsunfälle durch Alkohol- und/oder Drogeneinfluss. Um 20 Unfälle ist die Gesamtzahl auf 74 Vorfälle gestiegen, bei denen 35 Personen verunglückt sind. Meistens standen die Unfallverursacher dabei unter Alkoholeinfluss, doch auch die Einnahme beider Mittel fließt in diese Statistik mit ein. Ebenfalls auffällig ist die gestiegene Zahl der Wildunfälle. Diese ist um 115 Unfälle auf 589 gestiegen und neun Personen sind dabei verunglückt. "Zwischen 5 und 7 Uhr sowie zwischen 20 und 24 Uhr passieren dabei die meisten Unfälle, da das Wild in dieser Zeit auf Futtersuche geht und eher dazu neigt, Straßen zu überqueren", so Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der Polizeistation Rotenburg Peter Lang.

"Bei vielen Unfällen spielt die Geschwindigkeit eine große Rolle. Ein angepasstes Verhalten ist daher sehr wichtig. Innerorts kann durch die Beschilderung eine Geschwindigkeit von 50 km/h zwar erlaubt sein, jedoch vergessen viele Fahrer, dass dieses Gebot nur unter günstigsten Umständen gilt und daher nicht zu jederzeit ausgereizt oder gar überschritten werden sollte", gibt Stein abschließend zu bedenken.

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Corona-Tests für alle

Teststation eröffnet in Bad Hersfeld.
Corona-Tests für alle

CDU: Gute Konzepte zur Stadtentwicklung sind gefragt

Schuldzuweisungen an Magistratsmitglieder seien nicht hinnehmbar.
CDU: Gute Konzepte zur Stadtentwicklung sind gefragt

Asphaltfertiger brannte in Lagerhalle

Die Feuerwehr konnte die Ausbreitung des Feuers verhindern
Asphaltfertiger brannte in Lagerhalle

Kleiderspenden bei der Caritas Bebra abgeben

Caritas Bebra nimmt Kleider, Schuhe und Spielzeug für Flüchtlinge an.
Kleiderspenden bei der Caritas Bebra abgeben

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.