Man stelle sich vor: Es brennt, und keiner geht hin...

Ein Zwischenruf von Gerhard Manns zur Feuerwehr-Führungskräfte-Dienstversammlung  in Ludwigsau-TannBei den Aktiven einen kleinen Zuwachs an Mitglie

Ein Zwischenruf von Gerhard Manns zur Feuerwehr-Führungskräfte-Dienstversammlung  in Ludwigsau-Tann

Bei den Aktiven einen kleinen Zuwachs an Mitgliedern, das ist zumindestens vorübergehend beruhigend. Aber bei den Jugendfeuerwehren, dem Nachwuchspotenzial für die Einsatzabteilungen der Ehrenamtlichen Brandschützer, ein Minus von 171 Mädchen und Jungen, das müsste bei den Verantwortlichen schon die Sorgenfalten tiefer werden und die Alarmglocken schrillen lassen.

Woran liegt’s? Gleichgültigkeit, kein Interesse, Computerspiele am PC oder wird es nur einfach versäumt die Jugendlichen mal persönlich anzusprechen, oder ist die Feuerwehr allgemein nicht mehr so attraktiv für den Nachwuchs?

Auch die Eltern sind hier gefordert, sie haben die beste Möglichkeit, das Interesse ihrer Kinder für die Jugendfeuerwehr oder die "Bambinis" in ihrer Gemeinde zu wecken. Kontaktmöglichkeiten zu den verantwortlichen Jugendwarten findet man schon sehr häufig auf den Homepages der Feuerwehrvereine oder der Kreisjugendfeuerwehr.

An den von den Jugendwarten der Gemeinden und des Kreises angebotenen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung kann es nicht liegen, hier wird sehr gute Arbeit geleistet. Ich erinnere nur an das  jährlich stattfindende Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr oder das Völkerballturnier.

Zufall, dass gerade in diesem Jahr die große Dienstversammlung der Führungskräfte in Tann stattgefunden hat, denn gerade in Ludwigsau wird schon seit vielen Jahren eine sehr gute Nachwuchsarbeit in den Feuerwehren betrieben.

Als Beispiel sei hier die Jugendfeuerwehr Gerterode erwähnt, die schon jahrelang bei Wettkämpfen auf Gemeinde oder Kreisebene  immer auf den ersten Plätzen zu finden ist. In drei Ortsteilen sind aktive  "Bambini-Gruppen" aufgestellt, weitere werden folgen. Hier wird schon frühzeitig im Kindergarten und in der Grundschule daran gearbeitet die Kinder ab dem sechsten Lebensjahr für die Feuerwehrarbeit zu gewinnen.

Wie man Kinder begeistern kann, zeigte sich unlängst bei der Übergabe von gesponserten T-Shirts durch Unternehmen aus dem Kreisgebiet an die "Bambinis" der Feuerwehr Friedlos. Viele Firmen sind bereit die Jugendarbeit mit solchen einfachen Mitteln zu unterstützen, man muß sie nur ansprechen.

Ehrenamtlicher Brandschutz ist in den Gemeinden noch sichergestellt, aber wenn die Entwicklung so weiter geht, wird es in absehbarer Zukunft zuerst ein Feuerwehrsterben in kleinen Ortsteilen geben mit der Folge, dass immer mehr Arbeit auf die großen Wehren zukommt.

Es ist aber auch eine Kostenfrage für den Gemeindehaushalt. Wer soll das in Zukunft bezahlen, wenn zum Beispiel Pflichtfeuerwehren aufgestellt werden müssen? Die Kosten werden dann auf alle Bürger umgelegt und das kann Niemand ernsthaft wollen.

Hier sind alle Bürger in der Pflicht für Abhilfe zu sorgen, schicken sie Ihren Nachwuchs, egal ob Mädchen oder Junge zur örtlichen "Bambini" oder Jugendfeuerwehr damit die Freiwillige Feuerwehr auch in Zukunft  "Retten-Löschen-Bergen und Schützen" kann.

Man stelle sich mal vor, es brennt oder Personen sind nach einem Verkehrsunfall eingeklemmt, die Sirene heult, die Meldeempfänger piepsen und keine Feuerwehr kommt um zu helfen, unvorstellbar, schrecklich!

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Lesen Sie hier nochmal den Artikel zur Feuerwehrdienstversammlung in Ludwigsau-Tann:

Feuerwehren in Hersfeld-Rotenburg: Dramatischer Rückgang bei den Jugendfeuerwehren – Die jährliche Dienstversammlung für die Feuerwehrführungskräfte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg fand in diesem Jahr in der "Besengrundhalle" im Ludwigsauer Ortsteil Tann statt... (vom 31. Januar 2011)

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