Strahlen-Käfig

Waldhessen. Es ist wahrscheinlich tatschlich der grte Feldversuch der Menschheitsgeschichte, wie es ein Elektrosmog-

Waldhessen. Es ist wahrscheinlich tatschlich der grte Feldversuch der Menschheitsgeschichte, wie es ein Elektrosmog-Experte der nordrhein-westflischen Verbraucherzentrale vor einiger Zeit formulierte. Denn Millionen nutzen seit den 90er Jahren weltweit relativ sorglos Mobiltelefone. Und das, obgleich es bislang noch keinerlei gesicherte Erkenntnisse ber deren Ungefhrlichkeit gibt. Erst in den letzten Jahren mehren sich die Stimmen, die vor mglichen, mit dem intensiven Gebrauch dieser ,mobilen Sende- und Empfangsapparate verbundenen Gesundheitsgefahren warnen: drohenden Schlaf- und Potenzstrungen, bis hin zu Tumoren, Tinnitus und Hautkrebs.

Strahlungsresistent?

Extrem unsicher ist die Situation demnach insbesondere dort, wo viele Mobiltelefone auf kleinstem Raum zusammenkommen ein Szenario, wie es sich tagtglich vor allem in Bus, Tram und Bahn ergibt. Denn deren metallische Ummantelung, wie auch die jedes Pkw oder Lkw, wirkt als elektromagnetische Barriere (,Faradayscher Kfig). Um diese starke Abschirmung zu berwinden, mssen Handys mit ihrer maximalen Sendestrke arbeiten sogar wenn nicht telefoniert wird: weil jedes eingeschaltete Gert aufgrund des stndigen Positionswechsels whrend der Fahrt zwangslufig immer wieder die nchstgelegene Basisstation des betreffenden Mobilfunknetzes suchen muss. Durch die Vielzahl eingeschalteter Handys samt vielfacher Reflexion von deren elektromagnetischer Strahlung kommt es in ffentlichen Verkehrsmitteln zwangslufig zum gefrchteten Elektrosmog. Und damit verbundenen, kaum abschtzbaren gesundheitlichen Risiken.

Dramatische Werte

So ergaben sich bei Messungen in einem Mnchner Linienbus durchgefhrt 2004 von einer auf Elektrosmogmessungen spezialisierten Firma, untersttzt von namhaften Messtechnikfirmen, dem Umweltinstitut Mnchen und der Stadt Mnchen dramatische Werte: Die Handy-Sendeleistung stieg beim Betreten des Busses im Schnitt um das 6-fache, mitunter sogar um das 25-fache. Anders ausgedrckt: Die gleiche Strahlenbelastung, die im Freien aus 60 Zentimeter Abstand von einem eingeschalteten Mobiltelefon ausging, wurde im Bus noch aus einer Distanz von sieben Metern erreicht und wuchs entsprechend bei Annherung an das Handy. In Deutschland haben allerdings auch solche Erkenntnisse bislang noch nicht zu entsprechenden Konsequenzen gefhrt. Denn offenbar hlt die Bundesregierung ihre Brger fr besonders strahlungsresistent: Whrend etwa die Schweiz ihre Grenzwerte fr Strahlenbelastung (am Arbeitsplatz) auf 4 bis 6 Volt pro Meter (V/m) festgelegt hat, drfen sie bei uns nach wie vor noch 40 bis 60 V/m betragen.

Wir knnen doch nicht Dinge von uns aus als gefhrlich bezeichnen, die offiziell erlaubt sind, sagt dementsprechend KVV-Sprecher Ingo Pijanka, der weder ein Betriebsverbot von Handys in den Fahrzeugen der KVG noch entsprechende Warnungen befrwortet. Wir mchten nicht als Verbotsbehrde dastehen, sondern als kundenfreundliches Unternehmen. Pijanka weiter: Erst wenn es wirklich ganz klar belegt ist, dass von Mobiltelefonen eine Gesundheitsgefahr ausgeht, reagieren wir und dann natrlich sofort. Andere haben lngst reagiert, etwa die Wiener rztekammer: Nachdem Mediziner vor zwei Jahren im Rahmen der EU-Studie ,Reflex feststellten, dass Handystrahlung auch weit unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts genetische Schden an menschlichen Zellen verursacht, hat die rztekammer zumindest prompt ,Handy-Regeln verffentlicht, u.a. als Plakat fr Arztpraxen. Solange sich die Hinweise auf eine Langzeitgefhrdung des Menschen in Laborversuchen verdichten und wir die Sptfolgen nicht wirklich abschtzen knnen, so der Wiener rztekammerprsident Walter Dorner, ist maximale Vorsicht anzuraten.

Besser schwcher

Die elektromagnetischen Wellen eines Handys werden zum Teil vom Krper aufgenommen und in Wrme umgewandelt, gemessen als SAR-Wert (Spezifische Absorptionsrate in Watt pro Kilogramm Krpermasse). Fr den gilt: Je schwcher desto besser. Als derzeit weniger bedenklich gelten SAR-Werte zwischen 0,08 und 0,4 Watt, die von vielen aktuellen Handys bereits eingehalten werden. Eine der bersichten findet sich im Internet unter www.handywerte.de

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