„Ich zeige gerne viele Facetten“

Kreisanzeiger-Redakteur Rick Fröhnert traf Schauspielerin ­Janina Stopper zur Plauderei im Strandkorb. Foto: Fröhnert

Schauspielerin Janina Stopper plaudert im Strandkorb über die Veränderungen in „Hexenjagd“, ihre Rolle in „Martin Luther“ und ihre persönlichen Zukunftswünsche

Bad Hersfeld. Janina Stopper war gerade mal ein halbes Jahr alt, als ihre Karriere begann. „Ich wurde sozusagen aus dem Kinderwagen heraus entdeckt“, lacht die heute 28-Jährige. Bekannt zu sein war für sie aber nie ein Problem. „Ich habe mich dadurch nie gestört gefühlt – bin aber natürlich auch nicht so bekannt wie ein Hollywoodstar“, so Stopper scherzhaft. Das wolle sie aber gar nicht: „Ich bin sehr zufrieden – bekomme tolle Rollen und freue mich sehr, dieses Jahr wieder im wunderschönen Bad Hersfeld sein zu dürfen.“

Hier stand Stopper bereits im vergangenen Jahr auf der Bühne der Stiftsruine – als Mary Warren in „Hexenjagd“. Diese Rolle wird sie in diesem Jahr wieder spielen. „Es ist schön, erneut Teil dieses ­fantastischen Ensembles zu sein – auch da sich das Stück durch einige neue Darsteller und Szenen weiterentwickelt hat“. Unter der Überschrift „Was Fake News anrichten“ hat Wedels Politthriller zudem einen noch aktuelleren Bezug. Doch das ist nicht die einzige Gelegenheit, die gebürtige Münchnerin, die inzwischen in Berlin lebt, auf der Festspielbühne zu sehen.

So übernahm die Schauspielerin in 2017 noch eine ganz be­sondere Rolle. In Dieter ­Wedels „Martin Luther – der Anschlag“ spielt Stopper nämlich die titelgebende Hauptfigur. „Als die Anfrage kam, die ­Rolle des jungen Martin ­Luther zu über-­nehmen, war ich sofort begeistert“, erinnert sie sich. Um sich auf die Rolle vorzubereiten, hat Stopper über ­Luther recherchiert und in Biografien gelesen. Dass sie als Frau einen Mann spielen kann und damit ­Kritiker und Publikum gleichermaßen begeistert, zeigt gut, wie wandelbar Janina Stopper ist. „Und genau das ist es auch, was mir an der Schauspielerei am besten gefällt“, erklärt sie. „Ich möchte gern möglichst viele Facetten von mir zeigen – und bin daher für alle ­Rollen ­offen.“ Das sei es einfach, was Schauspielerei für sie ausmache.

Doch nicht nur auf der Bühne, auch im Fern­sehen und auf der Kinoleinwand ist Janina Stopper zu Hause. So war sie bereits im Alter von sieben Jahren in Rainer Kaufmanns erfolgreicher Verfilm­ung von „Die Apothekerin“ in den deutschen Lichtspielhäusern zu sehen. Auf den heimischen Bildschirmen war sie unter ­anderem in „Letzte Spur Berlin“, „Großstadtrevier“ und „Tatort“ mit dabei. Besonders die Tatortfolge „Kleine Herzen“ von 2008 ist bekannt.

Für ­ihre Rolle der jungen ­Mutter ­Anne Kempf wurde die damals 20-Jährige sowohl mit dem New Faces Award als auch mit dem bayerischen Fernsehpreis in der Kate­gorie „Nachwuchsdarstellerin“ ausgezeichnet. „Preise sind eine tolle Sache und eine ­super Aner­kennung“, sagt Stopper und weiter: „Jedoch nicht der Haupt­­antrieb seinen Job zu machen.“ Der sei vielmehr die Liebe zum Beruf. „Jeder hat mal keine Lust und möchte mal alles hinschmeißen – doch wichtig ist, am Ende immer weiter zu ­machen. Und zwar mit viel Leidenschaft.“

Neben zahlreichen Hörspiel-Projekten, an denen Stopper mitarbeitet, hat sie noch einen Wunsch für die Zukunft. „Ich fände es toll, auch mal selbst bei einem Stück Regie zu führen.“ Vielleicht sieht man Stopper also in den kommenden ­Jahren nicht nur auf der ­Bühne der Stiftsruine, sondern auch auf dem Regiestuhl davor. Zunächst aber kann man sie in „Hexenjagd“ und ­ „Luther“ als Schauspielerin ­sehen. Wer das möchte, der ­sichert sich am besten schnell die ­wenigen Restkarten an den be­kannten Vorverkaufsstellen.

+++   +++   EXTRA-INFO   +++    +++

Bad Hersfeld. In diesem Jahr ist Arthur Millers Stück noch aktueller geworden. Die Welt hat sich noch einmal geändert. Der neue Begriff „Fake News“ ist in aller Munde, die Jäger von damals sind inzwischen selbst zu den Gejagten geworden. All das greift die neue Inszenierung von Festspiel-Intendant Dieter Wedel in veränderten Szenen und mit einer teilweise neuen Besetzung auf. Ein spannender Polit-Thriller und zugleich ein beklemmendes, bewegendes menschliches Drama.

Karten für die Hexenjagd gibt es an der Abendkasse, im Ticket-Service am Markt in Bad Hersfeld, online und in ­allen EVENTIM-Vorverkaufsstellen.

Tickets und Informationen: Telefon: 06621/640200 ticket-service@bad-hersfelder-festspiele.de bad-hersfelder-festspiele.de

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