Festspiele: Luther auf den Puls(t) gefühlt

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Luther-Darsteller Maximilian Pulst im Gespräch mit KA-Redakteur Philipp Ling.

Strandkorb-Geplauder mit Luther-Darsteller Maximilian Pulst

Bad Hersfeld.  Die große Premiere von „Martin Luther – der Anschlag“ steht bevor. Dennoch nahm sich Hauptdarsteller Maximilian Pulst die Zeit, im KA-Strandkorb Platz zu nehmen, um über seine Rolle zu plaudern.

Dabei ist ihm die Anspannung durch den Probenbetrieb anzumerken: „Das ist natürlich immer aufregend, gerade vor der ersten Durchlaufprobe“, erläutert er. Erst in der Zusammenschau der Szenenabfolge bekomme man ein Gefühl für die Dynamik des Abends. Doch er ist optimistisch – „Bis jetzt ist noch jedes Theaterstück rechtzeitig fertig geworden“, sagt er lachend. Das Engagement in Bad Hersfeld kam für ihn überraschend. Bisher war er Ensemblemitglied am Staatstheater Wiesbaden. Anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Landes Hessen spielte er vor den Festgästen, unter anderem Ministerpräsident Volker Bouffier. „Einen Tag später kam der Anruf von Dieter Wedel und er hat mir angeboten, Luther zu spielen“, erinnert er sich. In Bad Hersfeld ist er zuvor noch nicht gewesen. „Man kennt es natürlich von den Festspielen“, sagt er „und ich bin echt erstaunt von diesem schönen Fleckchen Erde.“ Sehr gespannt ist er natürlich auf das Bad Hersfelder Publikum: „Jede Stadt tickt etwas anders, da bin ich gespannt, wie man uns hier annimmt.“ Allerdings war er bereits von der guten Resonanz bei der Matinee sehr angetan. Und auch darüber hinaus sind ihm die Hersfelder gleich sympathisch: „Egal wo man hinkommt, man begegnet nur aufgeschlossenen Menschen – das ist schon etwas ganz Besonderes.“

Erfahrung mit Freiluft-Festspielen bringt er von den Salzburger Festspielen mit. „Es ist immer eine wunderbare Erfahrung, den Sommer mit Kunst und Theater zu verbringen“, sagt er. Bei Sommerfestspielen sei das Ensemble eher gelöst, ganz anders als im Alltagsgeschäft. „Schließlich will sich jeder einen schönen Sommer machen – und dabei noch Theater spielen, das ist doch toll.“ Noch dazu, wo er seine Rolle als Martin Luther mit gleich drei weiteren Kollegen teilt, eine sehr ungewöhnliche Konstellation. „Wobei ich ja der junge Luther bin, da kann ich frisch ans Werk gehen – und die älteren ‘Luthers’ müssen dann meine Entwicklung nachvollziehen“, sagt er augenzwinkernd. Tatsächlich aber wird er genauso durch die Arbeit seiner Kollegen befruchtet: „Man hat als Schauspieler bei jeder Rolle viele Fragen zu dem Charakter, da ist es natürlich spannend, zu sehen, wie die anderen da herangehen und welche Fragen sie haben.“

Auch auf Luther als historische Persönlichkeit hat er sich entsprechend vorbereitet und sich dabei an den Original-Schriften Luthers orien-tiert: „Ich wollte wissen: Was war ihm persönlich so wichtig, dass er darüber schrieb?“ Bei einer historischen Persönlichkeit habe man zwar weniger Freiraum als bei fiktiven Personen, aber er will auch hier natürlich eine eigene Interpretation einbringen. Auf eines jedenfalls könnten sich die Zuschauer verlassen: „dass wir es nicht leichtfertig angehen und ihnen ein Stück bieten, das es so noch nicht gab.“

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