Strandkorbgeplauder: Helen Schneiders ganz persönliche Erinnerungen

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Helen Schneider im Gespräch mit KA-Redakteur Philipp Ling.

Im Strandkorb erzählt Helen Schneider von ihrem neuen Musikprogramm

Bad Hersfeld. Ein ganz besonderer Abschluss steht in diesem Jahr zum Ausklang der Festspiele bevor: Die Konzert-Gala „Helen Schneider and friends“. Im KA-Strandkorb plaudert die Sängerin über ihre Beziehung zur Musik und den Bad Hersfelder Festpielen. Letztere fasst sie ganz prägnant zusammen: „Bad Hersfeld bedeutet für mich Magie“. Dabei sei ihre Festspiel-Zeit stets von gegensätzlichen Erinnerungen geprägt: Wärme und Kälte – Freundschaften und Verlust – Theaterkunst und der Kampf gegen die Elemente – fantastische Zeit mit großen Erfolgen und die Angst, dass die Herausforderung zu groß sein könnte. So erging es ihr bereits bei ihrer ersten Festspiel-Saison: Die Stiftsruine lernte sie zuerst im Winter kennen, ohne Festspiel-Aufbauten, verschneit und leer. Sie kam ihr riesengroß vor und wurde in ihrer Phantasie bis zum ersten Auftritt immer gewaltiger, viel zu groß, um sie ausfüllen zu können. Doch als sie schließlich auf der Bühne stand, war das Gefühl dann ein ganz anderes: „Es ist ein Ort, wo man das Gefühl haben kann, dass man umarmt wird und unterstützt.“

Für sie ist die Stiftsruine ein Ort, der viele hilfreiche Geister beherbergt und eine besondere Energie ausstrahlt: „Die Menschen, die so etwas gebaut haben, waren damals wirklich spirituell. Ich glaube, sie hatten eine Nase für solche besonderen Orte.“ Ihre Gefühle für die Festspiele sind manchmal auch durch die harte Arbeit geprägt: „Nach jeder anstrengenden und herausfordernden Arbeit verspreche ich mir: Das war das letzte Mal“, berichtet sie. „Aber einen Monat später fange ich an zu denken, ob ich wieder eine Einladung bekomme – ‘das wäre so toll.’“

Diesmal kamen Dieter Wedel und Joern Hinkel direkt auf sie zu, um gemeinsam zu überlegen, was man für die diesjährige Saison auf die Beine stellen könnte. Herausgekommen ist die Konzert-Gala, in die sie, soviel sei voran verraten, viel Persönliches eingebracht hat. So war es ihre Anregung, dass das Orchester diesmal auf der Bühne steht und nicht im Orchestergraben verborgen bleibt. Es mag wie Zufall erscheinen, dass Christoph Wohlleben gerade in diesem Jahr für seine langjährige Arbeit als Orchester-Leiter mit dem Hersfeldpreis geehrt wurde – auf jeden Fall hatte Helen Schneider die richtige Vorahnung, als sie entschied, dass das Orchester einmal im Mittelpunkt stehen soll.

Auch die Musik ist an diesem Abend von ihr geprägt. Im ersten Teil wird sie Lieder ihrer aktuellen CDs aus der Richtung Singer/Songwriter präsentieren. „Ich habe lange keine Lieder mehr gefunden, mit denen ich mich ausdrücken kann“, berichtet sie. Dies haben der befreundete Gitarrist Jo Ambros und ihre Freundin Linda Uruburu aufgegriffen, und zusammen sehr persönliche Lieder geschaffen. Begleitet wird sie dabei von, wie sie sagt „vier wunderbaren Solisten“: Christian Meyers (Trompete) Shawn Grocott (Posaune), Takashi Bernhöft (Violine) und Alex Uhl (Bass). Einige Lieder wurden speziell für dieses Konzert arrangiert, „das wird also eine Uraufführung ein Konzert, das es nur in Bad Hersfeld gibt.“ Im zweiten Teil folgt dann der große Rückblick auf die Musicals. Auch dies sind Lieder, die sie lange nicht gesungen hat. „Da ist es höchste Zeit, dies zu tun“, sagt sie. „Ich werde dieses Jahr 65, so dass ich wohl einen kleinen Rückblick nehmen darf.“ Besonders freut sie sich aber auf die Gaststars dieses Abends: Rasmus Borkowski, mit dem sie in „Sunset Boulevard“ sowie in „Cabaret“ spielte, Kristin Hölck und Gunther Emmerlich, mit dem sie noch nicht zusammen auf der Bühne stand. „Es wird ein Tanzen durch die Erinnerungen“, freut sie sich.

Die Kombination ist freilich sehr ungewöhnlich. „Ursprünglich war ich skeptisch; das sind zwei Welten, die da zusammenkommen.“ Doch für sie sind es zwei Strömungen, die einander befruchten und sich in ihr einander annähern – das spricht wiederum für die Magie der Stiftsruine. Aber auch die widrigen Elemente sind nicht vergessen. Obwohl sie ihre Kleidung bevorzugt von dem rennomierten Modedesigner Issey Miyake auswählt, gibt es für den zweiten Teil des Abends eine einfache Vorgabe: „Es muss alles zum Mantel passen. Schließlich bin ich jetzt meine eigene Kostümbildnerin und kann mir aussuchen, was ich trage."

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