Streik bei Amazon wird bis Samstag fortgesetzt

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Bad Hersfeld. Mit einer großen Kundgebung wurde der Streik der Amazon-Mitarbeiter heute fortgesetzt.

Bad Hersfeld. Mit einer großen Kundgebung haben die streikenden Amazon-Mitarbeiter heute in Bad Hersfeld noch einmal auf ihre Forderung nach einem Tarifvertrag aufmerksam gemacht. Von der Schilde-Halle zogen die rund 300 Streikenden durch die Stadt zum Lullusplatz. Dort sprach ver.di-Landesbezirksleiter Jürgen Bothner zu den Streikenden. "Ihr fordert anständige Löhne, und das zu Recht", rief er den Anwesenden zu. Amazon werbe als größter Online-Versandhändler, also müsse er auch Tarife zahlen wie alle anderen Händler auch. Denn derzeit erschleiche sich der Versandriese einen Wettbewerbsvorteil auf dem Rücken der Arbeitnehmer.Andreas Huhn von VW Baunatal und Jürgen Hinzer von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sprachen den Amazon-Arbeitern ihre Solidarität aus.

Auch der Bundesvorsitzende der Partei Die Linke, Bernd Riexinger, unterstützte den Streik und sprach zu den Amazoniern an der Schilde-Halle. Was sie Streikenden verlangen, sei doch nicht unverschämt, sondern ein Tarifvertrag sei eine Selbstverständlichkeit. "Ihr habt mehr Geld im Geldbeutel verdient, als ihr bekommt", sagte er. Er sprach sich gegen das Überhandnehmen befristeter Arbeitsverhältnisse wie auch gegen die geringe Rentenleistung aus. In einem reichen Land wie Deutschland müsse doch eine sichere Zukunftsplanung für arbeitende Menschen möglich sein, und nicht dass sie sich immerzu um die Verlängerung ihrer befristeten Anstellung und um eine auskömmliche Rente Sorgen müssen. Den Anwesenden sprach er seinen respekt für ihren Mut aus und dafür, dass sie ein Signal setzten, dass man mit ihnen nicht alles machen könne: "Ihr kämpft auch für die, die heute arbeiten gegangen sind – darauf könnt ihr stolz sein!"

+++ Meldung von ver.di +++

Der Streik wird bis zum Ende der Woche, Samstag, 1. November, mit Ende der Spätschicht fortgesetzt. Das hat die Streikversammlung am heutigen Mittwoch in der Hersfelder Schildehalle beschlossen. Damit wollen die streikenden Beschäftigten der beiden Amazon-Verteilzentren FRA1 und FRA3 in Bad Hersfeld ihren am 27. Oktober begonnen Ausstand weiter führen.

Nach der Streikversammlung demonstrierten die Streikenden durch die Hersfelder Innenstadt. Auf der Abschlusskundgebung betonte ver.di Landesbezirksleiter Jürgen Bothner, dass die Praktiken des größten online-Versandhändlers inakzeptabel seien. "Amazon muss endlich mit ver.di über einen Tarifvertrag verhandeln. Amazon hat es in der Hand, den Arbeitskampf zu beenden und an den Verhandlungstisch zu kommen. Wenn der Arbeitskampf auch im Weihnachtsgeschäft weitergeht, können die Streikenden mit der Unterstützung der Gesamtorganisation ver.di rechnen."

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