Streit um Lullus-Sportpark geht weiter

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Im Haupt- und Finanzausschuss Bad Hersfeld wurde nicht einmal intensiv diskutiert

Bad Hersfeld. Ein neuer Versuch des Magistrats, den Lullus-Sportpark doch noch umzusetzen, sorgte in dieser Woche für Diskussionen in den Gremien. Anfang des Monats hat der Magistrat beschlossen, den Planungsauftrag für das Projekt auf den Weg zu bringen.

Während der Ausschuss für Soziales und Sport dem Vorschlag am Dienstag zustimmte (bei Enthaltung eines Großteils der SPD/Grünen-Fraktion), prallten im Haupt- und Finanzausschuss zwei Tage später die Fronten unversöhnlich aufeinander.Wie der Ausschussvorsitzende Bernd Wennemuth feststellte, war das Projekt im letzten Jahr mit einem Sperrvermerk versehen worden, der nicht erfüllt sei. Die geforderte Aufstellung der Folgekosten sei nicht erfolgt. Stadtplaner Johannes van Horrick, erläuterte, dass dies Bestandteil der Planungsleistungen sei, die ohne die Freigabe der notwendigen Mittel nicht erbracht werden können.

Konkret ging es dabei um 40.000 Euro, um das  Verfahren zur Planungsvergabe durchzuführen, das für die Anerkennung der Förderungswürdigkeit durch das Land notwendig sei, sowie 150.000 Euro an Planungs- und Ingenieursleistungen.Auch NBL-Fraktionschef Michael Bock bekräftigte, dies sei der erste Schritt, der erforderlich sei, um eine tragfähige Kosten-Nutzen-Analyse zu erstellen. Anhand derer könnten die Stadtverordneten dann entscheiden, ob das Projekt realisiert werden solle oder nicht.

"Das heißt, diese 190.000 Euro sind dann in jedem Fall weg", kritisierte Wennemuth. Demgegenüber erklärten die Befürworter, dies sei der normale Weg der Planung eines solchen Projekts. "Für eine vernünftige Planung braucht man Geld", meinte Gunter Grimm, und auch Michael Bock pflichtete bei: "Sie wissen, ich gebe auch nicht gerne Geld aus. Aber manchmal geht es nicht ohne Investitionen."

Für weitere Irritationen sorgte ein Sachstandsbericht des Fachbereichs Sport, der den Ausschussmitgliedern ausgehändigt wurde. Hans-Jürgen Schülbe (Fraktionsgemeinschaft) nannte den Bericht "ein einziges Ärgernis", der ein rufschädigend schlechtes Bild vom Sportangebot in Bad Hersfeld zeichne. Auch Carsten Lenz (SPD) wollte von einem solchen "Totenlied auf die Vereine" nichts wissen – es gebe lediglich einen Verein, dem es derzeit nicht gut gehe. Mangels neuer Erkenntnisse sei die Ablehnung des Projekts im letzten Jahr auch gerechtfertigt gewesen.Den anwesenden Autoren des Papiers, Matthias Heyer und Manuela Schmermund vom Fachbereich Sport, wurde allerdings kein Rederecht eingeräumt, um zu den Aussagen Stellung zu beziehen.

Van Horrick stellte jedoch noch einmal klar, dass der Lullussportpark weder dazu diene, einem einzelnen Verein seine Sportstätte zu sanieren noch andere Vereine zu benachteiligen.Vielmehr solle damit die Sport- und Vereins- arbeit zukunftsfähig weiterentwickelt werden: "Wir können hier für die Stadt und für die Vereine etwas entwickeln". Trotz Beschwörungen seitens der Berfürworter, dem Projekt wenigstens eine Chance zu geben, stimmten die SPD/Grünen-Fraktion sowie Hans-Jürgen Schülbe gegen die Beschlussempfehlung.

Endgültig entscheiden muss darüber die Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag – der damit nun eine Beschlussempfehlung dafür und eine dagegen vorliegt.So oder so wird dies definitiv die letzte Chance für das Projekt sein: Die Anmeldefrist ist fast abgelaufen und noch länger wird das Innenministerium die geplanten Fördergelder nicht mehr für Bad Hersfeld reservieren.

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