Streit um Strom! Autozentrale: Strom und Wasser abgestellt – Besitzer sagt: „Das musste sein!“

Bad Hersfeld. Böse Überraschung für Jesus Rodriguez: Am Montag stellten ihm die Stadtwerke Bad Hersfeld in der ehemaligen Ford-Autozentrale Strom u

Bad Hersfeld. Böse Überraschung für Jesus Rodriguez: Am Montag stellten ihm die Stadtwerke Bad Hersfeld in der ehemaligen Ford-Autozentrale Strom und Wasser ab. Betroffen: Rund 100 Sinti und Roma, an die der Unternehmer die von ihm gepachtete Immobilie für zwei Wochen untervermietet hat. "Ich konnte es zuerst gar nicht glauben", so Rodriguez, "das ist ein Unding. Hier leben Menschen, die auf Strom und Wasser angewiesen sind."

Aufklärung gab es dann bei den Stadtwerken. "Strom und Wasser haben wir auf Veranlassung des Vermieters abgestellt", so Peter Sobisch, Geschäftsführer der Stadtwerke. Rodriguez versteht die Welt nicht mehr: "Wie kann das sein? Ich zahle pünktlich Miete, Strom und Wasser. Und ich habe noch bis zum 31. Juli einen gültigen Mietvertrag. Strom und Wasser gehören zur Grundversorgung, sowas darf man nicht einfach abstellen." Das sieht Peter Sobisch anders: "Im Gegensatz zu einer privaten Immobilie ist das bei gewerblichen Immobilien möglich", so der Stadtwerke-Chef, "und zwar dann, wenn es ‘Verkehrssicherungsrechtliche Gründe’ gibt. Und die habe der Vermieter vorgebracht.

"Quatsch", sagt Rodriguez, "was soll das denn sein? Mit der Halle und auch dem Gelände ist alles in Ordnung."

Der Buhmann ist für Rodriguez der Bad Hersfelder Bauunternehmer Helmut Räuber. Der habe die Immobilie zum 1. Juni von Frank Klein erworben. Rodriguez: "Frank Klein hatte mir im April auch fristgerecht zum 31. Juli 2012 gekündigt. Dann bin ich hier raus. Aber bis dahin habe ich das Nutzungsrecht für Halle und Gelände. Egal ob alter oder neuer Eigentümer."

Der Kreisanzeiger wollte wissen, warum und wieso Helmut Räuber Strom und Wasser hat abstellen lassen. Räuber: "Haben Sie sich mal die Verteilerkästen angeschaut? Da liegt alles kreuz und quer, da ist nichts gesichert, da fehlen Isolierungen. Wenn da irgendwas passiert, dann bin ich dafür verantwortlich. Ich habe für das Gebäude und das Gelände die Verkehrssicherungspflicht. Und ich habe keine Lust, ins Gefängnis zu wandern, wenn dort beispielsweise ein Kind zu Schaden kommt." Im Übrigen stehe im Mietvertrag, dass "Wohnstätten für Personen außerhalb der Wohnung unerwünscht" seien. "Und bevor jetzt wieder jemand mit der ‘Rassismus-Keule’ kommt: Ich habe selbst Wohnungen an Sinti und Roma vermietet. Und da läuft alles komplikationsfrei", so Räuber abschließend.

Ansatzweise deeskalierend sind noch am Montag die Stadtwerke eingeschritten: Auf das Gelände an der Konrad-Zuse-Straße wurde ein 350-Liter-Wassertank gefahren. Das ist für Jesus Rodriguez nur ein schwacher Trost: "Ich bemühe mich aktuell um eine einstweilige Verfügung", so Rodriguez.

Fotos: Knödl

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