Studie: Festspiele bringen mehr ein als sie kosten

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Im Beisein von Bürgermeister Thomas Fehling (li.) und Intendant Joern Hinkel (re.) stellten die Mitarbeiter der Hochschule Worms (v.li.) Tamara Klapp, B.A., Prof. Dr. Jan Drengner, Emily Neumann, Prof. Dr. Hans Rück und Carolin Borghs die Ergebnisse der Studie vor.

Heute wurden die Ergebnisse der Studie zur Umwegrentabilität der Bad Hersfelder Festspiele vorgestellt.

Bad Hersfeld. Schon seit Jahren entbrennt über den jährlichen städtischen Zuschuss für die Festspiele die immer gleiche Debatte: Kosten die Festspiele am Ende mehr als sie der Stadt nutzen? Um diese Frage zu beantworten, wurde bei der renommierten Hochschule Worms eine Studie zur sogenannten Umwegrentabilität der Festspiele in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse der Studie wurden am Freitag vorgestellt und können sich sehen lassen: Die Bad Hersfelder Festspiele haben im Jahr 2017 eine Gesamt-Wertschöpfung von rund 6,5 Mio. Euro generiert. Damit übersteigt die Wertschöpfung den öffentlichen Zuschuss deutlich, der in der vergangenen Saison bei 1,81 Mio. Euro lag.

Dabei sei dieser Wert sogar konservativ berechnet, wie die Leiter der Studie, Prof. Dr. Jan Drengner und Prof. Dr. Hans Rück von der Hochschule Worms erklären. Denn es wurden ausschließlich die Konsumausgaben sogenannter „Event-Touristen“ berücksichtigt, die von außerhalb und zuallererst wegen der Festspiele nach Bad Hersfeld gekommen sind. Einheimische Festspielbesucher wurden hingegen ebenso wenig erfasst wie solche Touristen, die zwar die Festspiele besucht haben, aber ein anderes Hauptmotiv für ihren Aufenthalt in Bad Hersfeld hatten (zum Beispiel Verwandtschaftsbesuche oder Urlaub in der Region). Neben den „Event-Touristen“ wurden auch noch die Konsumausgaben der externen Mitarbeiter der Festspiele in die Berechnung einbezogen.

„Durch die Methodik, nur solche Finanzströme zu berücksichtigen, die von außen nach Bad Hersfeld fließen und für die zweifelsfrei der Festspielbesuch der Auslöser war, wird sichergestellt, dass es zu keiner Überschätzung der wirtschaftlichen Bedeutung der Festspiele für die Stadt Bad Hersfeld kommt“, so die beiden Studienleiter. „Über die Zahlen der aktuellen Wertschöpfungsanalyse für 2017 freuen wir uns sehr“, sagt Bürgermeister Fehling und ergänzt: „ Und dabei sind weitere positive Effekte der Festspiele noch gar nicht berücksichtigt, weil sie sich nicht unmittelbar in Geld bewerten lassen: nämlich die stark gewachsene Medienresonanz, der damit verbundene allgemeinen Marketingwert für die Stadt und die kulturelle Bereicherung des öffentlichen Lebens“. Fehling sieht die Ergebnisse als Resultate eines längeren und ganz offensichtlich erfolgreichen Veränderungsprozesses. „Und diese Neuausrichtung der Bad Hersfelder Festspiele ist ganz eindeutig mit dem Namen des Mannes verbunden, der heute bei der Präsentation der Zahlen nicht mehr hier sitzt: Dr. Dieter Wedel. Ihm danke ich sehr für seine herausragenden Leistungen in unserer Stadt!“ Intendant Joern Hinkel wertet die Zahlen auch als Bestätigung für die Festspiele, da es den Festspielen in den letzten Jahren gelungen sei, wesentlich mehr Zuschauer aus allen Teilen Deutschlands nach Bad Hersfeld zu holen.

Andrea Jung, als kaufmännische Leiterin selbst bestens mit den Zahlen der Festspiele vertraut: „Das überaus positive Ergebnis der Studie bestätigt nachdrücklich die Rolle der Festspiele, wie wir sie wahrnehmen und uns wünschen: zu allererst als kulturell herausragendes Angebot, aber auch als wichtigen Wirtschaftsfaktor und Marketinginstrument für die Stadt Bad Hersfeld und die Region.“

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