Brisante Rätseljagd im Eichhof

Die 39 Stufen zeigen hohe Theaterkunst hautnah
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Hitchcocks "Die 39 Stufen" verwandelt Regisseur Patrick Schimanski in hohe Theaterkunst im Eichhof - und das hautnah.

Bad Hersfeld. Ein angeödeter Theaterbesucher bekommt von einer hübschen Dame eine geheime Information ins Ohr geflüstert. Die beiden gehen zu ihm, doch die Dame bricht mit blutender Stichwunde auf dem Gentleman zusammen. Nach diesem dramatischen Einstieg beginnt für Richard Hannay (Stefan Kaminsky) die Zeit seines Lebens.

Er muss nicht nur der Polizei seine Unschuld beweisen, nichts mit dem Tod der Dame in seiner Wohnung zu tun zu haben, sondern auch noch herausfinden, was es mit der geheimen Information auf sich hat: Was sind die 39 Stufen? Entgegen Kaminsky, der im ganzen Stück lediglich die Rolle des Hannay einnimmt, spielen die anderen drei Akteure mal drei, mal 17 und sogar 20 verschiedene Rollen. Sarah Elena Timpe (bekannt aus dem tapferen Schneiderlein) stellt die hübsche Annabella dar, die gleich zu Beginn ermordet wird.

Später tritt sie dann noch als Bauersfrau Margaret auf, die sich zu Hannay hingezogen fühlt und Pamela, die von Hannay mit einem Kuss überrascht wird, damit dieser sich vor der Polizei verstecken kann. Pamela ist von diesem frevelhaften Verhalten alles andere als begeistert, muss Hannay aber länger ertragen, als ihr lieb ist. Damit dieses Stück gelingt, bedarf es aber noch zahlreicher weiterer Figuren, die Hannay auf seiner Reise begegnet. Markus Majowski und Martin Semmelrogge blühen in ihren 17 bis 20 Rollen förmlich auf, wechseln rasant zwischen Polizisten, Zeitungsverkäufern und Bahnangestellten – allein durch das Zuwerfen unterschiedlicher Hüte.

Die beiden ziehen sich generell sehr oft während des Stücks um, um in ganz vielfältige Rollen zu schlüpfen: Mal erscheinen sie als altes Ehepaar, als Agenten oder gar als Fluss oder Majowski als morastige Stelle (bedeckt mit einer Tarnmatte), als er nach Pamela und Hannay greift. Vor allem wenn Majowski und Semmelrogge Frauen spielen oder innerhalb einer Szene schnell die Figur wechseln, sind Lacher garantiert. Die beiden brillieren durch ihre Vielfältigkeit und den raschen Wechsel zwischen Witz und Ernst.

Die 39 Stufen ist ein spannender Krimi, eine aberwitzige Komödie, bietet brisante Action, Verfolgungsjagden und Wortwitze. Die vier Schauspieler lassen sich dank der Eichhofbühne hautnah erleben, wenn sie nicht gerade in einer der Türen verschwinden, um mit neuen Kostümen wieder andernorts aufzutauchen oder nur über die Fenster im ersten Stock miteinander sprechen. Die „T“-förmige Bühne wird mehrmals von den Akteuren während des Stücks umgebaut, um Eingangspforten, Autos, Züge oder Esstische darzustellen. Eine Leiter fungiert mal als Bett, dann als Tor oder als Gefängnistür. Selbst ein Wasserfall wird im Eichhof realisiert und eine Nebelmaschine sorgt für zusätzliche Dramatik bei Verfolgungsjagden im Dunkeln, bei denen Hannay über quadratische Boxen stolziert.

Kaminsky mausert sich fix zum Publikumsliebling. Musikalisch begleitet wird das Stück von Philipp Wiechert, der ganz alleine alle Töne und die Musik beisteuert. Wiechert sitzt mit seiner Gitarre stets wachsam neben der Bühne, um den Einsatz für Klingeltöne eines Telefons oder etliche andere atmosphärische Klänge nicht zu verpassen.

Ja, die 39 Stufen sind hautnah, brisant, unterhaltsam und jeden Besuch wert. Die vier Schauspieler, Wiechert, Regisseur Patrick Schimanski und das Team hinter den Kulissen schaffen ein Glanzstück der Theaterkunst im Eichhof.

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