Bunt und rasant: Theatergruppe Klarteckst wieder in Bestform

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"Paradiesvogel im Feinripp-Schlüpfer" heißt das neue Stück im Theater-Treff.

Breitenbach/H. Volles Haus zum besonderen Jubiläum im Theater-Treff Breitenbach: Die 20. Saison der Theatergruppe Klarteckst war zur Premiere am Samstagabend ausverkauft. „Paradiesvogel im Feinripp-Schlüpfer“ heißt das aktuelle Stück und hält, was der pikant anmutende Titel verspricht. Denn bei dem „Paradiesvogel“ handelt es sich um die „kleinste Travestie-Bar Hessens“. Mitten im dörflichen Idyll von Breitenbach sorgen die beiden Betreiber und schwulen Lebenspartner Hannes (Stefan Pistor) und Dennis (Daniel Neusel) für süffisante Unterhaltung. Keine Frage, dass derlei Treiben dem konservativen Bürgermeister (Falk Stolle) ein steter Dorn im Auge ist. Doch richtig kompliziert wird es, als Hannes’ Mutter Trude (Brunhilde Höhler) zu einem spontanen Besuch erscheint, denn die hat offenbar keine Ahnung davon, dass ihr Sohn mit einem Mann zusammenlebt. Also muss Barfrau Eloise (Ute Pistor) als Verlobte herhalten, während Dennis – unter Protest – zur Serviererin „Denise“ degradiert wird. Nebenher taucht dann auch noch ein Kamerateam des HR (Nadja Feick und Vanessa Albers) auf, um eine Reportage über die angeblich legendären Frikadellen von Köchin Matilda (Carina Becker) zu drehen...

Es geht also ohne Frage wieder reichlich turbulent zu auf der Herrmannsbühne. Ganz neu ist die Geschichte um Homosexuelle, die durch äußere Umstände gezwungen „Normalität“ vorspielen müssen, freilich nicht – der Dreiakter von Jennifer Hülser kann seine Vorbilder „La Cage aux Folles“ und „The Birdcage“ nicht verhehlen. Unzeitgemäß ist die Thematik um alternative Lebensentwürfe und die Hindernisse des Coming-Outs aber (leider) keineswegs. Und dank der ungeheuren Spielfreude des Ensembles ist das Ganze auch glaubhaft; Stefan Pistor und Daniel Neusel liefern als schwules Pärchen eine wahre Glanzleistung ab – man kann sich tatsächlich leicht vorstellen, dass zwei solche ‘Paradiesvögel’ das beschauliche Dorfleben gehörig durcheinander bringen. Insbesondere für Neusel, der in der Rolle des divenhaften Transvestiten gerade mal seine zweite Klarteckst-Saison absolviert, war der Applaus reichlich bemessen (von kräftigem Szenenapplaus zwischendurch mal ganz abgesehen). Und auch darüber hinaus liefert das Ensemble unter der bewährten Regie von Martin Jatho Bemerkenswertes ab. Wie die Darsteller angesichts der zunehmend absurden Ereignisse auf der Bühne immer noch die Fassung bewahren, während das Publikum schon aus dem Lachen nicht mehr herauskommt, das fragten sich an diesem Abend wohl so einige. Ehrensache, dass die Zuschauer am Ende, nachdem endlich alle Verwicklungen aufgeklärt sind, auch tatsächlich in den Genuss der angekündigten Travestie-Show kommen, inklusive der Klassiker der LGBT-Kultur „Ich bin, was ich bin“ und „Er gehört zu mir“.

Wer das kunterbunte und sehr sehenswerte Spektakel im Theater-Treff sehen möchte, sollte sich beeilen: Für die Aufführungen in diesem Jahr sind nur noch wenige Karten erhältlich. Drei Zusatztermine im Januar stehen aber bereits fest (am 5., 6. und 7. Januar). Mehr Infos auf www.klarteckst.de.

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