Zum Thema: „Mehr netto“

Herr Arno Schter, Hauptgeschftsfhrer der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg, fordert fr die Mitarbeiter mehr netto in de

Herr Arno Schter, Hauptgeschftsfhrer der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg, fordert fr die Mitarbeiter mehr netto in der Tasche, bemngelt Sozialabgaben, direkte und indirekte Steuern. Das hrt sich gut an, mehr auch nicht.

In 2005 sind die Beitrge zur Krankenversicherung um 0,5 Prozent gesenkt worden mit dem Hinweis zur Schaffung neuer Arbeitspltze; damit waren die Arbeitgeber entlastet. Seit gleichem Zeitpunkt zahlt alleine der Arbeitnehmer einen zustzlichen Krankenversicherungsbeitrag von 0,9 Prozent. Das bedeutet, der Krankenkassenbeitrag des Arbeitnehmers ist um 0,4 Prozent gestiegen, sein Nettoeinkommen entsprechend gesunken.

Und von diesem auch dadurch bedingten geringerem Nettoeinkommen fiel die hhere Mehrwertsteuer an, weitere und exorbitante Zuzahlungen im Gesundheitswesen, hhere Versicherungssteuer und Verkehrsmittelpreise, Inflationsrate, Anstieg von Strom- und Heizungskosten, Benzin und anderen mehr. Das bedeutet, es ist ein Scheingefecht, wenn Umverteilung der Soziallasten nur beim Arbeitnehmer landet und bei ihm zu einem niedrigen Nettoeinkommen fhrt. Denn von diesem Nettoeinkommen muss er all die im vorherigen Absatz genannten und hheren Zahlungen leisten.

Aus diesem Teufelskreis kann sich der Arbeitnehmer nicht befreien. Auch kann er nicht auf den Einkauf verzichten, er zahlt die unverschmt angestiegenen Lebensmittelpreise, auch wenn er berlegt einkauft. Und dies natrlich zunehmend beim Discounter / Supermarkt. Noch in 2006 konnte bezglich Gammelfleischskandal Herr Manfred Fehr behaupten, siehe Kreisanzeiger vom 10. September 2006: Verbraucher haben es in der Hand. Doch heute hat der Verbraucher nicht mal das Geld in der Hand, um sein tgliches Leben zu bestreiten. Wenn unser Staat Lohnkostenentzuschsse zum Einkommen geben muss, um ein berleben zu sichern, Hartz IV-Empfngern Essensgeld abgezogen wird, weil sie bei der Tafel essen und einkaufen, ist der Weg bis zur Ausgabe von Lebensmittelkarten nicht mehr weit, nur noch ein brokratischer Schritt, bedarfsgerecht aufgeteilt in einzelne Gruppen.

Herr Schrter, fr den Arbeitnehmer ist wesentlich sein verfgbares Einkommen, das Geld, abzglich vorgenannter Dinge, mit dem er sein tgliches Leben gestalten kann. Und dieses ist stetig sinkend. Er kann nur noch beim Esseneinkauf sparen. Und mit der Erfindung der Bedarfsgemeinschaft, welch verhngnisvolles Wort in einem sozialen Rechtsstaat, wird dieses vielleicht bald ber die Familie hinaus auf Nachbarschaft ausgedehnt. Groeltern knnen bereits bestellt /gestellt werden.

Was nutzt das von Herrn MdB Roth im Kreisanzeiger vom 31. Oktober 2004 hochgelobte Tagesbetreuungsausbaugesetz unter dem Titel: Mehr fr Kinder und Familie tun!, wenn Eltern, Vater oder Mutter, nicht nur Arbeiten knnen, sondern auch wollen wenn sie etwas finden, doch das verfgbare Geld nicht fr den tglichen Lebensunterhalt reicht? Die Leidtragenden sind immer die Kinder. Doch dieses Leid scheint bei weiterem Geburtenrckgang bald aufgelst zu sein. Und dann hrt auch das Jammern ber hohe Sozialabgaben auf, Mindestlhne bedarf es nicht mehr, in einem Solistendasein kann auch Lohn vereinheitlicht werden, natrlich nach unten, denn mit zunehmendem Alter sinkt der Stoffwechselbedarf, mehr netto was dann noch weniger wird nutzt nichts, wenn das letztlich verfgbare Geld nicht mal mehr fr das tgliche Leben reicht.

Paul-Gerhard ExnerRotenburg

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