Spannende Kreuzfahrt mit der Titanic in der Stiftsruine

Die Premiere zu Titanic verknüpft Musical gekonnt mit Drama, Komik und einem imposanten Bühnenbild.
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Premiere zu Titanic verknüpft Musical gekonnt mit Drama, Komik und einem imposanten Bühnenbild.

Bad Hersfeld. Die Titanic galt 1912 als das größte Schiff der Welt, doch so ruhmreich wie die erste Fahrt des Schiffes nach New York werden sollte, so berüchtigt ist auch das Schicksal des Passagierschiffes. Stefan Huber inszeniert im Festspielstück Titanic, wie sich die Bühne der Stiftsruine in das rund 260 Meter lange Schiff verwandelt und trifft durchweg die passende Mischung aus Komik, Drama und Galgenhumor. Schon mal vorweg: Das Musical hat nichts mit der Handlung rund um Rose und Jack aus dem gleichnamigen Film zu tun.

Es sind viel mehr Einzelschicksale aus den unterschiedlichen Personengruppen, die für Abwechslung sorgen und fesselnde Spannung erzeugen. Captain E.J. Smith (Michael Flöth) wollte eigentlich schon in den Ruhestand gehen, aber gönnt sich diese letzte Fahrt. Doch wird dieser von J. Bruce Ismay (Frank Winkels), dem Direktor der White Star Line, die die Titanic finanziert, regelmäßig dazu angehalten, die Geschwindigkeit des Dampfers an die Grenzen zu treiben, um New York schneller als jedes andere Schiff der Welt zu erreichen.

Schiffskonstrukteur Thomas Andrews (Alen Hodzovic) ist sich zwar sicher, dass die Titanic die gewünschten 23 Knoten erreichen kann, doch Heizer Frederick Barrett (David Arnsperger) ist skeptisch. Vom Bühnenbild her zeigt sich Titanic imposant.

Sieben dreistöckige und etwas wacklige, bewegliche Treppengebilde – verziert mit den einzelnen Buchstaben der Titanic – schmücken die Bühne. Dazu kommt eine Hängebrücke, die mal als Aufgang zum Schiff und mal als sinkendes Schiff fungiert sowie einige Tische und Stühle.

So befindet sich auf dem ersten „T“ ganz oben das Steuerrad des Schiffes und damit die Brücke. Heizer Fleet dagegen hält sich mit seinen Kollegen meistens im untersten Bereich in der Mitte der Bühne auf und begeistert das Publikum mit seinem Sologesang.

Außerdem dienen die einzelnen Ebenen der beweglichen Konstrukte dazu, um den großen Saal des Schiffes zu simulieren. Unten tanzt und speist die Erste Klasse, während eine Passagierin der Zweiten Klasse, Alice Beane (Kristin Hölck), von oben hinabsieht und versucht, sich unter die schick gekleideten Herrschaften zu mogeln. Diese Szenen sorgen für viel Spaß beim Stück. Doch werden diese Passagen auch immer wieder durch dramatische Stellen unterbrochen, meistens, weil Ismay Smith unter Druck setzt oder Funker Harold Bride (Andreas Bongard) im zweiten Stock des „C’s“ Nachrichten anderer Schiffe über einen Eisberg in einigen Meilen Entfernung erhält. Das Ende deutet sich also schon früh an, stößt aber auf taube Ohren.

Es ist keine Überraschung, dass die Titanic mit dem Eisberg kollidiert, dennoch ist auch die zweite Hälfte des Stücks besonders interessant. Fahrgäste der Ersten Klasse denken lieber an ihre Diamanten und ihren Schönheitsschlaf als an die Rettung ihres Lebens. Ida Strauss (Christine Rothacker) sorgt für einen besonders rührseligen Moment, da sie als einzige Frau auf dem sinkenden Schiff zurückbleibt, um bei ihrem Mann Isidor (Uwe Dreves) zu bleiben. Vornehm wie die beiden sind, nehmen sie nur zögerlich die Öffnung einer wertvollen Champagnerflasche vom Erste Klasse Steward Henry Etches (Mathias Schlung) an, als das Schiff sinkt.

Die einleitend angesprochene Mischung gelingt bestens und unterhält die knapp drei Stunden trotz des eher mageren, aber dennoch imposanten Bühnenbildes. Obwohl die Rahmenhandlung bekannt ist, will man doch wissen, wie die einzelnen Personen ihre Schicksale akzeptieren beziehungsweise ihre letzten Minuten ausleben. Tanz und Gesänge sind im Einklang mit gesprochenen Passagen, während das gesamte Stück vom fantastischen Orchester unter dem musikalischen Leiter, Christoph Wohlleben, untermalt wird. Ein besonderes Lob gilt auch dem großen Ensemble, das bei fast durchgängigem Regen während der Premiere auf der Bühne spielte, saß, stand und tanzte, ohne sich dabei etwas vom Regen anmerken zu lassen.

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