Trendergebnis nach Kommunalwahl: AfD vorne, Grüne stürzen ab

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Die ersten Trends sind nach Auszählung der Listenstimmen erkennbar.

Hessen. Noch liegen nach dem Wahlabend keine offiziellen Ergebnisse vor, da viele Stimmen noch nicht ausgezählt. Doch die Trendergebnisse nach Auszählung der Listenstimmen lassen erste Analysen zu.

Klarer Wahlsieger ist die AfD, die landesweit durchschnittlich 13,2 Prozent der Stimmen einheimste – eine deutliche Watsche der Wähler an die etablierten Parteien. Die AfD zieht in fast alle Kreistage in Hessen mit zweistelligem Ergebnis ein. Das geringste Ergebnis fuhr die AfD im Vogelsbergkreis (5,8 Prozent) ein, ihren Spitzenwert erreichte sie mit 18,4 Prozent im Kreis Bergstraße, einzelne Gemeindeergebnisse liegen sogar noch darüber, beispielsweise in Bad Karlshafen im Landkreis Kassel (22,3 Prozent) und in Dietzenbach im Landkreis Offenbach (19,4 Prozent). Noch schockierender allerdings fiel das Ergebnis im Wetteraukreis aus, wo die rechtsextreme NPD antrat: Nicht nur bleibt die rechtsextreme Partei mit 2 Prozent im Kreistag vertreten, in der Kreisstadt Büdingen bekam sie 14,2 Prozent der Stimmen.

CDU und SPD büßten fast überall Stimmen ein, wobei der Vorsprung der CDU als hessenweit stärkste Partei nach der Wahl 2011 jetzt deutlich abgeschmolzen ist: SPD und CDU liegen mit rund 8 Prozent jetzt gleichauf. Den dramatischsten Absturz müssen aber die Grünen hinnehmen, die im Schnitt 6,7 Prozent verloren haben. Bei den Kommunalwahlen 2011 hatten die Grünen von der Atomausstiegsdebatte nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima profitiert und Traumergebnisse eingefahren. Lediglich in der Grünen-Hochburg Darmstadt waren die Verluste mit 1,9 Prozentpunkten recht gering. Vielerorts zog die AfD damit an den Grünen vorbei und wird drittstärkste Kraft in zahlreichen Gemeinde- und Kreisparlamenten werden.Das Trendergebnis zur Kreistagswahl Hersfeld-Rotenburg folgt diesen Landestrends: Größter Verlierer ist aber die SPD mit 7 Prozentpunkten, die auf 35,9 Prozent rutscht, aber stärkste Fraktion bleibt. Die CDU verliert 4 Prozentpunkte und kommt auf 30,1 Prozent, die Grünen sinken um 3,9 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent. Trotz dieses im Landesvergleich moderaten Verlusts werden die Grünen aber nach diesem Trendergebnis nur noch fünftstärkste Kraft, denn nicht nur die AfD zieht mit 13,1 Prozent an ihnen vorbei, sondern auch die FWG, die sich auf 6,7 Prozent steigern konnte. Diese knappen Ergebnisse könnten sich durch die Auszählung der übrigen Stmmen aber noch ändern. Die FDP steht mit plus 1,1 Prozentpunkten bei 4,7 Prozent und die Linke legte ebenfalls leicht (0,6 Prozentpunkte) zu und kommt auf 3,1 Prozent.

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