Trotz Corona-Krise: Deutsche Post weiterhin auf Trapp

Das Motto der Verbundzusteller Bebra: „Wir sind für Euch da, bitte bleibt zu Hause“

Mit der Aktion „Wurfsendung“ möchte die Deutsche Post bundesweit auf die neuen Schutz- und Hygienemaßnahmen aufmerksam machen.

Bebra. Es ist 7 Uhr morgens, die Schicht für die Arbeitsgruppe A der Deutschen Post kann losgehen. Hunderte Pakete werden in das Postfahrzeug geladen – die Auslieferung kann nun beginnen. Die 43  Mitarbeiter der Verbundzustellung des Zustellstützpunktes Bebra haben einen routinierten Arbeitsablauf. Selbst die zunehmende Verbreitung des Corona-Virus schränke die Dienstleistung der Deutschen Post nicht wesentlich ein, informiert das Unternehmen seine Kunden im Internet. Das bestätigt auch Mitarbeiter Timo Reclik (39) im KA-Gespräch: „Alles ist wie gewohnt, da das Unternehmen schnell Vorkehrungen getroffen hat, um den Mitarbeitern weiterhin einen sicheren und geregelten Arbeitsablauf zu ermöglichen“. Zu den Maßnahmen gehört, dass zur Auslieferung nun zwei Arbeitsgruppen (Gruppe A und Gruppe B) gegründet wurden. Dies sei eine Anordnung zum Schutz und zur Sicherheit der Mitarbeiter. Timo Reclik leitet gemeinsam mit Kevin Heß die Arbeitsgruppe A – die Leitung von Arbeitsgruppe B obliegt Sabrina Stückrad.

Die 43 Verbundzusteller aus Bebra haben täglich Kontakt mit Hunderten von Menschen und geben ihr bestmögliches, um die Lieferungen rechtzeitig zuzustellen. Durch die Schließung der örtlichen Geschäfte kam es in den letzten Tagen zu einem Anstieg der auszuliefernden Pakete – viele Waldhessen bestellen nun im Internet.

Die Angst, sich bei den zahlreichen Auslieferungsfahren mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, ist bei jedem der Mitarbeiter vorhanden. „Es ist natürlich gefährlich, täglich so vielen Menschen zu begegnen. Das birgt ein gewisses Risiko, daher achten wir darauf, ausreichend Abstand zu halten und geben uns größte Mühe, uns und unsere Kunden zu schützen“, so Reclik.

Mit Paket-Empfängern, die sich in Quarantäne befinden, wird ausschließlich über die Türsprechanlage kommuniziert. Selbst geklingelt wird nicht mehr mit dem Finger, sondern mit dem Handscanner, um das Risiko einer Ansteckung so gut wie möglich zu minimieren. „Wir vermeiden Körperkontakt in jeglicher Form. Ich setzte mittlerweile meinen Handscanner an die Türklingel an, um nicht mit Bakterien in Berührung zu kommen“, sagt der Paketzusteller.

Zur Vorsorge sind die Paketzusteller, anders als vorher, mit großen Mengen Desinfektionsmittel ausgestattet. Auch wird bei der Übergabe des Paketes auf die Unterschrift des Empfängers verzichtet. „Es ist schon seltsam, dass wir eine erfolgreiche Auslieferung mit unserer Unterschrift bestätigen müssen und nicht mehr der Empfänger selbst“, so der 39-jährige Teamleiter und weiter: „Die Sicherheit steht aber an erster Stelle. Denn nur, wer sich an die Richtlinien und die Sicherheitsvorkehrungen hält, hat nichts zu befürchten“. Die Corona-Krise zieht also auch an der Deutsche Post nicht spurlos vorbei. Doch in schweren Zeiten ist es umso wichtiger, stark zu bleiben und so hat die Situation zumindest im Kreis der Kollegen einen positiven Effekt hinterlassen: „Wir unterstützen uns, wo wir nur können. Das alles hat uns zusammengeschweißt und unser Arbeitsklima auf ein neues Level gebracht“, erklärt Reclik.

Mit der Aktion „Wurfsendung“ möchte die Deutsche Post bundesweit auf die neuen Hygienemaßnahmen aufmerksam machen. Empfänger werden gebeten, die Zustellung von dem jeweiligen Paketboten signieren zu lassen und einen Abstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. So wird Körperkontakt vermieden und eine Ansteckung weitgehend verhindert. Getreu dem Motto „Wir sind für Euch da, bitte bleibt zu Hause“, möchten die Paket- boten und Briefträger auch weiterhin Päckchen und Briefe ausliefern.

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