Turmbläser pflegen ihre Tradition

Musik und der Weg über die mehr als 200 Stufen halten die 51- bis 80-jährigen Turmbläser fit.
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Musik und der Weg über die mehr als 200 Stufen halten die 51- bis 80-jährigen Turmbläser fit.
So eine schöne Aussicht, lässt sich nach einer verschneiten Nacht vom Kirchturm der Stadtkirche bestaunen.
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So eine schöne Aussicht, lässt sich nach einer verschneiten Nacht vom Kirchturm der Stadtkirche bestaunen.
Die Noten in Folie gepackt, sind somit vor jedem Wetter geschützt.
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Die Noten in Folie gepackt, sind somit vor jedem Wetter geschützt.
So eine schöne Aussicht, lässt sich nach einer verschneiten Nacht vom Kirchturm der Stadtkirche bestaunen.
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So eine schöne Aussicht, lässt sich nach einer verschneiten Nacht vom Kirchturm der Stadtkirche bestaunen.
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So eine schöne Aussicht, lässt sich nach einer verschneiten Nacht vom Kirchturm der Stadtkirche bestaunen.
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So eine schöne Aussicht, lässt sich nach einer verschneiten Nacht vom Kirchturm der Stadtkirche bestaunen.
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So eine schöne Aussicht, lässt sich nach einer verschneiten Nacht vom Kirchturm der Stadtkirche bestaunen.
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So eine schöne Aussicht, lässt sich nach einer verschneiten Nacht vom Kirchturm der Stadtkirche bestaunen.

Die Turmbläser des CVJM Posaunenchores und der Evangelischen Kirche bleiben durch Musik und wöchentliche Turmbesteigung fit.

Bad Hersfeld. Der Aufstieg auf den Kirchturm der Bad Hersfelder Stadtkirche ist mit der engen Wendeltreppe aus Stein, der zunächst niedrigen Decke und den darauf folgenden Holztreppen, durch deren Stufen man hindurch schauen kann, sicherlich nicht für jeden etwas. Für die Bläser des Posaunenchors der CVJM und der evangelischen Kirche Bad Hersfeld ist der Aufstieg aber nicht nur zur wöchentlichen Tradition geworden, sondern hält auch fit.

Zwischen sechs und 15 Bläser erklimmen jeden Sonntag pünktlich den Turm, um ab 9.30 Uhr zwei Strophen in jede Himmelsrichtung zu spielen. Die Altersspanne umfasst dabei rund 30 Jahre – von 51 bis 80 sind die Bläser alt. „Es macht immer wieder Spaß und Freude, außerdem sind die Aussicht und Atmosphäre so toll“, schwärmte Wilfried Radick, „vor allem wenn Nebel über der Stadt liegt, der die Musik zurückwirft.“

Ebenfalls hebt Radick die Farben beim Feuerwerk an Silves­ter hervor. Nach und nach trudelten die Bläser zum 2. Adventssonntag in der Turmspitze ein. Nachdem ausgemacht wurde, wer welches Instrument spielt – alle können mehrere spielen – gab es noch ein Gedenken an den Advent. Im Anschluss stellten sich die Bläser an den langen Seiten des Turms auf und die Klemmbretter mit den jeweiligen Liedern wurden am Geländer eingehakt. Auf Kommando des Turmchefs Hans-Georg Franke ertönten je zwei Strophen in jede Himmelsrichtung.

Franke war das erste mal 1946 auf dem Turm und seit 1961 regelmäßig. Vor ihm pflegte sein Vater die Tradition. Zuhörer und Fans gibt es dabei auch immer wieder. Entweder auf den Balkonen mit Blick auf den Kirchturm oder auch auf dem Linggplatz. Einige machten sich am 2. Advent sogar auf den Weg und erklommen mit den Bläsern den Turm, um das Spektakel aus nächster Nähe mitzuerleben.

Die Tradition des Turmblasens geht im Allgemeinen bis 1587 zurück. Der Posaunenchor der CVJM spielt in Bad Hersfeld seit 1901 regelmäßig auf dem Turm. Anfangs spielte der Türmer mit seinen Gesellen an jeder Ecke des Turms, was sogar in seinem Vertrag stand, wie sich Franke erinnerte. Bis auf wenige Ausnahmen wurde der Tradition des Türmers und mittlerweile der Turmbläser auch wöchentlich nachgegangen. „Während des zweiten Weltkriegs wurde der Turm beschädigt.

Da muss­te es ausfallen“, erklärte Franke. „Wir nehmen eigentlich nur Rücksicht auf die Instrumente“, ergänzte Gesa Hild, Leiterin des Chors, denn „die Züge und Ventile der Instrumente frieren bei -4 Grad Celsius zu.“ Ansonsten sind aber immer genug Bläser auf dem Turm, dass vierstimmig gespielt werden kann. Am 2. Advent erklang über die schneebedeckten Dächer Bad Hersfelds „Die Nacht ist vorgedrungen“.

Nach gut zehn Minuten ist das Spektakel, das den einen oder anderen Hersfelder in der Innenstadt jeden Sonntag aufwecken wird, schon wieder vorbei. Darauf folgt dann bis zur vollen Stunde das Erklingen der Glocken im Turm. Wer also auch mal plant, mit den Turmbläsern sonntags den Kirchturm zu erklimmen, packt für den Rückweg vorsichtshalber Ohrstöpsel ein. Ein festes Austrittsalter bei den Turmbläsern gibt es nicht. „Wir machen es solange, wie es die Gesundheit zulässt“, strahlt Radick lachend der Zukunft entgegen.

Wer Interesse hat, sein musikalisches Talent beim Posaunenchor der CVJM und der Evangelischen Kirche Bad Hersfeld unter Beweis zu stellen, kann entweder zu den regelmäßigen Proben, donnerstags um 20 Uhr zur CVJM, Wehneberger Str. 8, kommen oder Leiterin Gesa Hild unter 06621/73148 anrufen.

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