Rasante Überholvorgänge bringen nichts

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Kommentar von KA-Volontär Daniel Blöthner zum Verkehrsunfall am Mittwoch, 13. September, auf der B324 bei Obergeis.

Kommentar von KA-Volontär Daniel Blöthner zum Verkehrsunfall am Mittwoch, 13. September, auf der B324 bei Obergeis.

Neuenstein-Obergeis. Zugegeben, die B324 ist von der Geschwindigkeit her nicht die schönste Landstraße, die sich im Kreis Hersfeld-Rotenburg befahren lässt. Andauernd bremsen Geschwindigkeitsbegrenzungen von 80, 70 oder gar 50 die Fahrt aus.

Viele Kurven und quasi keine längeren Geraden machen Überholvorgänge unmöglich, da immer mit plötzlich auftauchendem Gegenverkehr oder zu entsprechenden Stunden auch Wild zu rechnen ist, das plötzlich auf der Straße steht. Ich befahre die Strecke regelmäßig und habe auch bei einem 40 km/h schnellen Traktor kaum eine sichere Überholmöglichkeit gesehen. Dennoch ereignete sich in den Morgenstunden des 13. Septembers ein Unfall durch einen solchen Überholvorgang nach einer Kurve. Dabei ist diese Kurve besonders tückisch: In Richtung Hersfeld wird die 50er Zone nach der Obergeiser Tankstelle komplett aufgehoben.

Doch in entgegengesetzter Richtung, also zur A7 fahrend, gibt es eine Beschränkung auf 70 km/h. Dieser Unfall wäre definitiv zu verhindern gewesen. Drei Personen hätten nicht verletzt werden müssen – einer davon schwer. Auch der Sachschaden in fünfstelliger Höhe ist die paar – wenn überhaupt – Minuten, die durch rasen und gefährliche Überholvorgänge gespart werden, einfach nicht wert. Vom drei Stunden anhaltenden Stau auf der Bundesstraße und dem sehr langen Umweg für alle Pendler, die Richtung A7 oder Hersfeld wollten, mal abgesehen.

Unbeteiligte zu gefährden, nur weil man es selbst eilig hat, ist verantwortungslos. Aber das Rasen fängt ja nicht erst auf der B324 an. Auch einige Fahrer, die von Hersfeld in Richtung A7 wollen, düsen gerne ab der Homberger Straße neben der Tankstelle den Hügel hinab, ohne sich an die 50 km/h zu halten, die im Stadtgebiet gelten.

Blitzer an jeder Ecke wären zwar eine kleine Hilfe, damit sich an die Vorgaben gehalten wird, doch wie den Kommentaren auf der KA-Fac­ebookseite zu entnehmen ist (s.u.), fahren viele nur für den Blitzer langsam und danach wird beschleunigt. Jeder sollte sich also überlegen, wieso diese Geschwindigkeitsbegrenzungen an markanten Stellen platziert werden.

Außerdem schadet es nicht, sich einmal in Erinnerung zu rufen, dass an uneinsehbaren Straßen nicht überholt werden soll. Die B324 ist nicht so Autofreundlich ausgebaut, wie etwa die B27 nach Bebra, aber das ist noch lange keine Begründung, dennoch zu rasen und – ich wiederhole mich an dieser Stelle gerne – unbeteiligte Fahrer unnötig zu gefährden.

Die Originalmeldung zum Unfall finden Sie hier.

Die KA-Facebook-Leser machten ihrem Unverständnis zum Unfall mit Kommentaren Luft

Bei den Lesern der KA-Facebook-Seite entstand ein reger Austausch über den Unfall:

Anja Dischert  fordert zum Beispiel einen Blitzer: „Jetzt macht doch endlich mal einen fest installierten Blitzer dahin!“, worauf Anja  Sinemus nüchtern reagiert, „Dann wird, wo der Blitzer steht, langsam gefahren und dann war’s das“. Eine Lösung wirft Norbert Budesheim ein: „Ein Überholverbot wäre wirklich angebracht!“, und Anna Kristin schreibt „So eilig kann man es doch gar nicht haben“. Unverständnis zeigt Paula Kova: „Wer da überholt, ist selbst schuld!“.

Auch Sonja Popp findet es „blöd, dass fast immer Unschuldige mit reingezogen werden“. Svenja Leppis zehrt von jahrelanger Erfahrung, da die Bundesstraße ihre Arbeitsstrecke war und meint: „Es wurde damals schon vor der scharfen Kurve überholt, ohne auch nur zu erahnen, ob was von vorne kommt! Die haben einfach zu oft Glück, anders kann ich mir so ein Verhalten nicht erklären“.

Ko Nni schlägt sogar häufigere Kontrollen vor: „Seltsamerweise sind es fast immer die Einheimischen, die [...] dort überholen. Vielleicht sollte die Polizei da häufiger mal Kontrollen durchführen“ und meint weiter erzürnt, „aber es gibt leider eben die ‘ewig nicht Belehrbaren’ und Unbeteiligte bezahlen wegen denen mit ihrer Gesundheit, gegebenenfalls mit dem Tod.“

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