Großer Umbau des Klinikums Hersfeld-Rotenburg

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Klinikum investiert 70 Mio. Euro in Ausbau der Standorte Bad Hersfeld und Rotenburg.

Bad Hersfeld/Rotenburg. Große Investitionen stehen im Klinikum Hersfeld-Rotenburg bevor. Der Aufsichtsrat hat in der vorigen Woche beschlossen, mehr als 70 Mio. Euro in die bauliche Modernisierung und Entwicklung des Klinikverbunds zu investieren. Es ist das größte Investitionsprojekt in Hessen und wird von der Landesregierung entsprechend gefördert. Ziel ist die Weiterentwicklung der beiden Hauptstandorte mit dem Klinikum Bad Hersfeld und dem Herz-Kreislauf-Zentrum (HKZ) Rotenburg unter dem Motto „Ein Klinikum – zwei Standorte“.

Wie Geschäftsführer Martin Ködding erläuterte, orientierten sich die jetzt vorgestellten Umbaumaßnahmen an den medizinischen Erfordernissen und seien im Hinblick auf künftige Anforderungen an den Klinikbetrieb getroffen worden. Vordringliches Projekt ist dabei die Sanierung des Bettenhauses Mitte. Der Bau aus den 60er Jahren entspricht nicht mehr den Anforderungen, die Modernisierung wurde aber im Zuge der Erweiterungen und Modernisierungen der anderen Bettenhäuser immer wieder aufgeschoben. Wie beim Bettenhaus Ost soll der Trakt um einen Anbau mit neuen, modernen Patientenzimmern erweitert werden, wobei der Ausbau in mehreren Bauabschnitten erfolgt, um den Durchgang zu den Stationen im Bettenhaus Ost auch während der Bauarbeiten zu gewährleisten. Darüber hinaus werden am Bettenhaus West notwendige energetische Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.

Mit dem geplanten Umzug der Psychiatrie nach Rotenburg stehen dann auch entsprechende Ausweichflächen zur Verfügung, so dass die Baumaßnahmen den laufenden Betrieb so wenig wie möglich beeinträchtigen. Für die Psychiatrie ist eine Unterbringung im Bettenhaus 2 am HKZ geplant, das mehr Platz und damit eine bessere Binnendifferenzierung sowie Raum zur Weiterentwicklung dieser Abteilung bietet. Ein wichtiger Punkt ist dabei auch die gut 1.100 Quadratmeter große Freifläche, die dann von den Patienten zu Freizeitaktivitäten an der frischen Luft genutzt werden kann. Die Nähe zu den Reha-Einrichtungen am HKZ spricht ebenfalls für diese Lösung.

Die dritte „Baustelle“ schließlich ist die Klinik für Orthopädie, die sich derzeit in einem separaten Gebäude am Hopfengarten befindet. Diese Einrichtung in den Klinikverbund zu integrieren ist ein weiteres Ziel der Weiterentwicklungsmaßnahmen. Dr. Tobias Herrmann erklärte, dass beispielsweise die Anbindung an eine Intensivmedizinische Abteilung in Zukunft immer größere Bedeutung gewinnt; da die Patienten immer älter werden, nehmen auch Begleiterkrankungen zu, die zu Komplikationen führen können. Und man könne die Operationspatienten im Ernstfall schließlich nicht mit dem Krankenwagen zum Klinikum fahren. Die Wahl des neuen Standortes fiel auf Rotenburg, da die Anbindung an die Spezialklinik sinnvoller sei. Am Klinikum müsste sich die Orthopädie nämlich die Operationssäle mit der Notfallmedizin teilen, was die Planbarkeit der Eingriffe und damit auch den Komfort für die Patienten verringere. Außerdem stehe am HKZ mit der Rodenberg-Klinik eine vergleichbare Einrichtung bereit, mit der auch der Privatklinik-Charakter der jetzigen Orthopädie-Klinik erhalten bliebe. Die Reha-Einrichtungen am Standort Rotenburg sind hier wiederum ein Pluspunkt.

Als letzter Baustein ist schließlich der Neubau eines Funktionstraktes am HKZ geplant, der einen neuen OP-Bereich enthalten soll. Dies ist die einzige Neubaumaßnahme, da einen OP-Bereich im laufenden Betrieb zu erneuern nicht möglich sei. Grundsätzlich habe man aber in dem Maßnahmenpaket dem Umbau und der Umnutzung den Vorzug vor Neubauten gegeben, denn „an einer Stelle neu bauen und dann am anderen Leerstand produzieren, das macht keinen Sinn“, so Ködding. Dabei ist man seitens des Klinikums auch auf Kritik vorbereitet. Insbesondere die Verlegung der Orthopädie nach Rotenburg dürfte in Bad Hersfeld auf Widerstand stoßen. Landrat Dr. Michael Koch mahnte aber, dass man als Kreisstadt auch Verantwortung für den Gesamtkreis trage. Außerdem seien die Investitionen und Fördermittel ohne die Zusammenlegung der beiden Standorte in einem Gesamtkonzept so nicht möglich gewesen. „Diese Lösung ist gut für den Kreis“, bekräftigte er.

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