Kommentar: Freie Fahrt für Helfer und Retter

Redakteur Philipp Ling zum Thema Rettungsgasse

Wegen eines Unfalls im Stau zu stehen ist sicher alles andere als ein Vergnügen, aber so eilig kann man es doch wirklich nicht haben, dass man die Rettungskräfte bei ihrer Arbeit behindert. Dennoch wird den Helfern immer öfter die Anfahrt zum Unglücksort durch nicht ordnungsgemäß gebildete Rettungsgassen erschwert – wie bei dem schweren Unfall vergangene Woche zwischen Bad Hersfeld und Kirchheim. In den allgegenwärtigen Staus gilt bei vielen Verkehrsteilnehmern offenbar das Motto „Ich zuerst“: Dann wird hektisch herumrangiert, um in die vermeintlich schnellere Spur einzufädeln oder eben mal ausgeschert, um „mal zu gucken“, ob das Stauende irgendwo absehbar ist. Das führt allzu häufig dazu, dass Fahrzeuge irgendwo mitten auf der Fahrbahn stecken bleiben und für die Einsatzkräfte kein Durchkommen mehr ist. Doch das korrekte Verhalten im Stau ist beileibe kein Akt des gu-ten Willens, sondern gesetzlich vorgeschrieben: Für Versäumnisse, den Rettungskräften im Einsatz freie Bahn zu verschaffen, drohen seit letzem Jahr Bußgelder von 200 Euro aufwärts, zwei Punkte in Flensburg inklusive. Und wenn man dabei zusätzlich noch andere Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet, kommt auch noch ein Fahrverbot hinzu. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Sobald sich ein Stau bildet (und nicht erst, wenn man die Sirenen herannahen hört) fahren die Fahrzeuge auf der linken Spur an den linken Rand, alle anderen so weit wie möglich nach rechts. Der Standstreifen bleibt aber tabu, wenn er nicht ausdrücklich von der Polizei zum Befahren freigegeben wird. Weil es sich bei Einsatz- und Abschleppwagen oft um große Fahrzeuge handelt, muss genügend Platz für ein zügiges Durchkommen vorhanden sein – also auch bei Stillstand nicht die Tür offen stehen lassen oder gar auf der Fahrbahn herumspazieren. Damit hilft man sich letzten Endes auch selbst, denn je schneller die Rettungskräfte zum Unfallort kommen und mit der Bergung beginnen können, umso eher wird auch die Straße wieder frei.

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